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Wirtschaft im Norden 482000 Euro: Ein teurer Adlerhorst
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23:18 02.02.2016
Das A-20-Ende bei Segeberg: Das Kommunikations-Chaos in den Ministerien verzögert den Weiterbau. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Der A-20-Planungsstopp bei Hohenfelde wegen eines verlassenen Adlerhorstes: Dass die Beamten des Kieler Umwelt- und des Verkehrsministeriums nicht rechtzeitig miteinander sprachen, kommt Schleswig-Holsteins Steuerzahler jetzt teuer zu stehen. 482000 Euro wird die dadurch verursachte Planungsverzögerung das Land kosten. Mindestens.

Die Zahl ist eine Schätzung des Landesbetriebs Straßenbau. Schon am 10. Mai 2015 war den Beamten von Grünen-Umweltminister Robert Habeck der Adlerhorst gemeldet worden. Aber erst am 19. August informierten sie die Kollegen vom Verkehrsministerium. Und auch die ließen sich Zeit. Nach einigen Treffen mit den Umwelt- Kollegen wurde erst im November SPD-Verkehrsminister Reinhard Meyer unterrichtet. Da aber war es schon zu spät: Die für den Adlerschutz notwendigen Planänderungen hätten nach Ministeriumseinschätzung zwar nur zwei bis acht Monate gedauert, ließen sich jetzt aber nicht mehr bis Jahresende umsetzen. Damit aber lief die Frist aus, bis zu der viele aufwendige Umweltuntersuchungen für den Bau des Teilstücks nur gültig waren.

Jetzt also müssen alle Vogelbrutstätten entlang der Trasse neu kartiert werden (75000 Euro), dazu alle Fische und Fließwasserorganismen (30000), Fledermäuse (150000), Amphibien, Reptilien, Libellen (25000), Haselmäuse (10000) und „FFH-Lebensraumtypen“ (5000 Euro), außerdem müssen Kompensationsflächen überprüft werden (20000) und die Verkehrszahlen jetzt bis 2030 prognostiziert werden (17000 Euro). Dazu kämen noch mal 150000 Euro für planerische Leistungen.

„Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Das Kommunikationschaos der Minister Meyer und Habeck wird für den Steuerzahler eine richtig teure Tasse Tee“, schimpft der FDP-Abgeordnete Christopher Vogt. Und dazu käme auch noch die Verzögerung des Weiterbaus um zwei Jahre.

W. Hammer

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