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684 Bauern im Norden bitten Bund um Hilfe

Rendsburg/Lübeck 684 Bauern im Norden bitten Bund um Hilfe

Vielen Milch- und Fleischproduzenten in Schleswig-Holstein steht wegen des massiven Preisverfalls das Wasser bis zum Hals.

Rendsburg/Lübeck. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben bislang 684 Landwirte aus dem Norden das Hilfsprogramm der Bundesregierung in Anspruch genommen. Für den Bauernverband in Schleswig-Holstein ist die Hilfe aber nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Russland-Sanktionen, der Preisverfall in China und das Ende der Milchquote bringen immer mehr Betriebe in Existenznot.

Wie das Ministerium gestern mitteilte, hätten bundesweit 7800 Betriebe die im November per Eilverordnung aufgelegte Liquiditätshilfe beantragt. Im Schnitt sei es dabei um Beihilfe von 7600 Euro gegangen. „Die hohe Inanspruchnahme zeigt, dass unser Liquiditätshilfeprogramm eine angemessene Unterstützung für in Not geratene Landwirte ist“, bilanzierte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Ziel des Programms sei es gewesen, den betroffenen Landwirten schnell und unkompliziert in der größten Not zur Seite zu stehen und ihnen etwas Luft zu verschaffen. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Schmidt.

Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, ist da weniger euphorisch. „Ich will nicht sagen, dass das Programm keine Hilfe war, aber es ist eben nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.“ So sei der Abgabepreis für Milch von rund 35 Cent im Jahr 2015 um knapp zehn Cent eingebrochen. „Dafür kann niemand kostendeckend produzieren.“ Bei Betrieben, die eine Million Liter pro Jahr abgeben, sei das ein Verlust von 100 000 Euro, rechnet Gersteuer vor. Die Liquiditätshilfe war dagegen auf 10 000 Euro begrenzt. „Auf den Höfen wird jetzt gespart, wo es nur geht.“

Laut Ministerium haben zwar Landwirte aus Bayern zahlenmäßig die meisten Anträge (2476) gestellt. Gersteuer zufolge gebe es dort aber auch 90 000 landwirtschaftliche Betriebe. Bei 684 Anträgen von rund 11000 Betrieben liege der Norden damit prozentual aber deutlich über dem Süden. Wegen der relativ kurzen Rückzahlungsfrist von sechs Jahren hätten viele Bauern zudem auf Anträge verzichtet und stattdessen lieber längerfristige Darlehen aufgenommen.

„Hilfen sind zwar wichtig für uns, aber entscheidend ist, dass sich die Lage ändert — aber danach sieht es nach Einschätzung aller Marktbeobachter vorerst nicht aus“, sagt Gersteuer. Ein Ende der Sanktionen von und gegen Russland, das immer ein großer Käseimporteur gewesen sei, scheint jedenfalls nicht in Sicht.

Den Fleischerzeugern geht es nicht besser. Nur noch 1,25 Euro werden derzeit für das Kilo Schweinefleisch gezahlt. „Das ist einfach zu wenig“, sagt Bernd Irps, Marktreferent bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Die gesamte Branche habe derzeit „wirklich zu kämpfen“, um überhaupt noch über die Runden zu kommen. Insbesondere die Ferkelzüchter bekämen die sinkende Nachfrage nach Fleisch im Moment massiv zu spüren.

Oliver Vogt

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