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Wirtschaft im Norden 7000 Firmen im Land suchen einen neuen Chef
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20:51 27.01.2018
Viele Firmeninhaber haben sich offenbar noch keine Gedanken darüber gemacht, wer ihre Firma in Zukunft führen soll. Quelle: Fotolia/Montage: Haller
Lübeck

Das besagt eine Studie der Unternehmerberatung HWB. Viele Firmeninhaber hätten sich noch gar keine Gedanken über ihre Nachfolge gemacht, heißt es da. „Das Thema wird in den nächsten Jahren an Brisanz zunehmen“, sagt Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) besorgt – bleibt das Problem ungelöst, leidet darunter die Wirtschaftskraft Schleswig-Holsteins massiv.

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Interview mit Jan und Gülten Bockholdt: „Ein Nachfolger ist wie ein Gründer“

Die LN wollen mit einer neuen Kategorie bei ihrem Existengründerpreis positive Beispiele der Firmenübergabe auszeichnen. Dieser Nachfolge-Preis wird erstmals am 20. April verliehen, ab sofort sind Bewerbungen und Vorschläge möglich. Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro stiftet die Bockholdt KG. „Firmengründung und Übergabe gehören zusammen“, sagt Gülten Bockholdt, Chefin des Lübecker Reinigungsunternehmens, für diese Botschaft stehe der neue Preis.

Die Landesregierung will Schleswig-Holstein „sexy für Firmengründer“ machen, hatte Günther angekündigt. „Wir haben die ersten wichtigen Weichen gestellt, unser Land noch interessanter für Unternehmen zu machen“, sagt Günther den LN. Dazu gehörten Investitionen in Hochschulen und Schulen, in die Verkehrs- und in die digitale Infrastruktur. „Wir wollen junge, kreative Menschen in unser Land holen und bei uns halten.“ Daher liege ein Schwerpunkt auf der Unterstützung junger Gründerinnen und Gründer und innovativer Startups: „Wichtig ist Mut, den eigenen Weg zu gehen“, erklärt Schleswig-Holsteins Regierungschef.

Vertreter der Wirtschaft hoffen auf Unterstützung. „Das Thema Unternehmensnachfolge stellt den Mittelstand vor große Herausforderungen. Wichtig für den Übergang ist, dass wir ein Gründungs- und Nachfolgeklima schaffen, und dass wir das Unternehmertum stärken“, sagt Sebastian Schulze, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Nord. Bei der aktuellen hervorragenden Situation auf dem Arbeitsmarkt sei für viele der Schritt in die Selbstständigkeit leider nicht attraktiv, sagt Schulze.

„Häufig machen sich die Übergebenden zu spät Gedanken über ihre Nachfolge, sodass eine Lösung schwierig oder langwierig wird“, erklärt Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. Um diese Unternehmen am Markt zu halten, habe die IHK ihre Anstrengungen verstärkt, Übergeber und Übernehmer zusammenzuführen und zu begleiten. „Das ist vor allem in den Fällen wichtig, in denen keine Nachfolge innerhalb der Familie möglich ist.“ Seit einiger Zeit registriere die IHK steigendes Interesse bei Führungskräften nach Übernahme eines Unternehmens.

FDP-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz will zu einer neuen Gründungskultur im Norden beitragen. „Wirtschaft und Unternehmertum gehören auf den Stundenplan in allen Schulen Schleswig-Holsteins“, fordert Buchholz. 

Von Christian Risch und Lars Fetköter

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