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Abriss gegen den Wohnungsmangel?

Berlin/Kiel Abriss gegen den Wohnungsmangel?

Studie empfiehlt: Unattraktive „Bröckelbauten“ sollen Platz für moderne Wohnimmobilien machen — Sanierung lohnt oft nicht mehr.

In Nachkriegsimmobilien will oft keiner mehr wohnen. Auch in der Ratzeburger Allee in Lübeck wurden alte Häuser abgerissen.

Quelle: H. Kröger

Berlin/Kiel. Für etwa 8500 betagte Mehrfamilienhäuser sowie 83 000 ältere Ein- und Zweifamilienhäuser in Schleswig-Holstein, bei denen sich eine umfangreiche Modernisierung nicht mehr lohnen würde, könnten Abriss und Neubau an gleicher Stelle eine sinnvolle Alternative sein. Nach Angaben der Kieler Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE) geht es deutschlandweit um 285000 Mehrfamilienhäuser und 1,7 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser, die alle in der Nachkriegszeit errichtet wurden. Damals spielten heutige Anforderungen an Energieeffizienz und altersgerechtes Bauen noch keine Rolle. Der sogenannte Bestandsersatz könnte in diesen Fällen eine wirkliche Chance für bessere Wohnungen darstellen, erläuterte ARGE-Geschäftsführer Dietmar Walberg gestern in Berlin.

Im Auftrag von mehreren Verbänden der Bauwirtschaft haben die ARGE sowie das Pestel-Institut aus Hannover in einer Studie die Möglichkeiten des Bestandsersatzes untersucht. Das Ergebnis: Durch konsequenten Abriss und Neubau von knapp zwei Millionen alten, heruntergekommenen Wohnhäusern könnten bis zu 3,5 Millionen Wohnungen entstehen. Und die wären dann natürlich im Hinblick auf Energieeffizienz und Barrierefreiheit für ältere und behinderte Menschen auf dem neuesten Stand. „Wenn sich nach einer Bewertung der jeweiligen Gebäude eine Modernisierung nicht mehr lohnt, sind Abriss und Neubau an gleicher Stelle die beste Lösung und zugleich auch eine effektive Antwort auf den Wohnungmangel — insbesondere in Großstädten, Ballungsräumen und Universitätsstädten“, erläuterte Walberg. Der Abriss von „Bröckelbauten“ sollte kein Tabu mehr sein.

Allerdings würden die so neu errichteten Wohnungen wohl kaum das Segment der preiswerten Mietwohnungen entlasten, wo die Nachfrage besonders groß ist, auch weil künftig immer mehr Flüchtlinge untergebracht werden müssen, meinen Experten. Im Norden sind nach Angaben des Kieler Innenministeriums derzeit 46 000 Wohnungen mit einer Belegungsbindung versehen. Im Rahmen der „Offensive für bezahlbares Wohnen“ sind seit Mitte 2013 5300 Wohnungen gebaut oder modernisiert worden.

Für Kiel wird ein Neubaubedarf von 9000 Wohnungen bis zum Jahr 2025, für Lübeck von 4000 Wohnungen erwartet. Walberg schätzt, dass in den nächsten Jahren im Norden 20 000 neue Sozialwohnungen gebaut werden müssten. Statt 1000, wie derzeit pro Jahr entstehen, müsste sich ihre Zahl vervierfachen.

Alexander Blažek, Vorsitzender des Eigentümerverbandes Haus & Grund Schleswig-Holstein, gibt den Urhebern der Studie zum Teil Recht. „Abriss und Neubau können eine Option sein. Aber dazu muss man sich jedes Gebäude individuell anschauen.“ Blažek warnt aber davor, bei der Bekämpfung des Wohnungsmangels Fehler der 70er Jahre zu wiederholen und Neubauten auf der grünen Wiese hochzuziehen.

Sinnvoller wären eine Bestandsverdichtung in bestehenden Siedlungsgebieten oder die Umwandlung von Büro- und Geschäftshäusern in Wohnimmobilien.

Von R. Zweigler und O. Vogt

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