Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Absturzgefahr: Jahr der Wahrheit für Tesla-Chef
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Absturzgefahr: Jahr der Wahrheit für Tesla-Chef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:44 27.12.2017
Im Sommer präsentierte Tesla-Chef Elon Musk stolz den ersten Wagen des günstigeren Tesla-Fahrzeugs Model 3. Quelle: Foto: Andrej Sokolow/dpa
Anzeige
Palo Alto

Noch ist der Starkult um Musk riesig, seine Anhänger vergleichen ihn mit legendären Vordenkern wie Steve Jobs oder Henry Ford. Seinen Ruf als Rockstar des Silicon Valley untermauerte Musk jüngst, indem er es als Exot der Wirtschaftswelt auf das Cover des „Rolling Stone“ schaffte. Den Titel des berühmten Magazins zieren für gewöhnlich keine Unternehmer, sondern Stars der Popkultur. Im Interview schlug Musk allerdings düstere Töne an, die tief blicken lassen.

„Ich habe in den vergangenen Wochen ernsthafte emotionale Schmerzen gehabt“, sagte der 46-jährige Top-Manager. Vor der Zeremonie zum Lieferstart von Teslas erstem Mittelklasse-Elektroauto Model 3 im Juli sei er niedergeschlagen gewesen. „Es hat jedes Quäntchen Willenskraft gebraucht, dieses Event durchzuziehen und dabei nicht wie der depressivste Typ dort auszusehen“, räumt Musk offen ein.

Bei der spektakulären Show, bei der die ersten 30 Model 3 an ihre Besitzer übergeben wurden, ahnte Musk wohl bereits, dass er sich womöglich übernommen hat. Für Tesla ist das neue Auto extrem wichtig. Das Model 3 kostet rund 35 000 Dollar – weniger als halb so viel wie die bisherigen Luxusmodelle Model S und Model X. Der Wagen soll Tesla von der Nische in den Massenmarkt bringen. Er hat einen Hype ausgelöst wie früher Apples iPhone – Kunden campten zum Verkaufsstart vor den Tesla-Filialen, es gibt Hunderttausende Bestellungen.

Angefacht wurde der Ansturm von Musk selbst. Große Ankündigungen fielen ihm schon immer leicht. Bis 2020 will er die Produktion auf eine Million Autos pro Jahr hochfahren. Das ist ein ausgesprochen ambitioniertes Ziel. In diesem Jahr rechnet Tesla damit, etwas mehr als 100000 Autos an die Kundschaft zu bringen. Zwischenzeitlich war die Euphorie der Anleger so groß, dass Teslas Börsenwert den der US-Autoriesen General Motors und Ford überstieg – obwohl beim Absatz Welten zwischen Tesla und den Rivalen liegen und Musks Firma seit Jahren nur Verluste anhäuft.

Im Herbst wurde Tesla auf den Boden der Realität zurückgeholt: Mit lediglich 260 Model 3 wurden die Produktionsziele im dritten Quartal massiv verfehlt, der Zeitplan für den Anlauf der Serienfertigung musste verschoben werden. Im November kam es noch dicker: In Form des höchsten Quartalsverlusts der Firmengeschichte wurde Anlegern die Rechnung für Teslas Mammut-Projekte präsentiert.

Und auch die Konkurrenz schläft nicht: GM hat mit dem Chevrolet Bolt EV bereits ein Angebot in der Preisklasse des Model 3 am Start und will bis 2023 weitere 20 E-Autos auf den Markt bringen. Auch Ford, VW und viele andere finanzstarke Branchengrößen wollen angreifen.

Hannes Breustedt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fast jeder zehnte Fernzug ist an Weihnachten zu spät angekommen – umgekehrt seien mehr als 90 Prozent der Züge an den Feiertagen pünktlich gewesen, sagte eine Sprecherin ...

27.12.2017

Mark Davis ist so etwas wie der Herr der Smileys und Emojis. Er entscheidet, mit welchen neuen Gesichtsausdrücken, Figuren und Gegenständen Menschen weltweit demnächst ihre Texte auf Handy und Computer bildlich anreichern können. Im März soll die Liste mit den Neuen fertig sein.

27.12.2017

Die Deutsche Telekom beschleunigt den für schnelle Internetverbindungen wichtigen Ausbau des Glasfasernetzes. In diesem Jahr habe der Konzern erstmals über 40000 Kilometer Glasfaser verlegt.

27.12.2017
Anzeige