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Abwärtstrend: Viele Buchläden müssen aufgeben

Düsseldorf Abwärtstrend: Viele Buchläden müssen aufgeben

Online-Konkurrenz setzt der Branche zu — Allerdings verzeichnen die Internethändler derzeit ebenfalls Umsatzrückgänge.

Düsseldorf. . Knallrot hängt das Plakat im Schaufenster des Buchladens: „Großer Schlussverkauf 30 Prozent auf alles.“ Wenige Tage später wird mit Nachlässen von 50 Prozent geworben. Ende März gibt nach 115 Jahren die Düsseldorfer Buchhandlung Stern-Verlag auf. Es ist nicht irgendein Laden, der hier seine Türen für immer schließt, sondern nach Angaben des Branchenmagazins „Buchreport“ Deutschlands größte Buchhandlung. Das Ende des 8000 Quadratmeter großen Literaturtempels ist deshalb auch ein Symbol für die andauernde Krise des klassischen Buchhandels in Deutschland.

Allein 2014 gaben nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 150 Buchläden auf. Und auch 2015 sei der Abwärtstrend weitergegangen. Die verbliebenen 6000 klassischen Buchhandlungen stehen unter Druck — wegen der Konkurrenz aus dem Internet, aber auch weil die Deutschen insgesamt weniger Geld für Bücher ausgeben. 2015 sanken die Umsätze der Branche um 1,7 Prozent. Und der Schrumpfungsprozess wird nach Überzeugung von Boris Hedde vom Institut für Handelsforschung weitergehen: „Der Strukturwandel ist noch nicht abgeschlossen.“ Gerade großflächige Buchhandlungen hätten Probleme. Denn verglichen mit dem Angebot der Online-Händler sei auch die größte Buchhandlung in ihrer Auswahl begrenzt.

Gleichzeitig wachse mit jedem Quadratmeter Verkaufsfläche die Schwierigkeit, die Miete wieder hereinzubekommen.

Droht dem noch immer recht eng gestrickten Netz von Buchhandlungen in Deutschland also langsam aber sicher das Aus? Nicht unbedingt. Der Buchhandel war zwar einer der ersten Märkte, der durch den Siegeszug des Online-Handels durcheinander gewirbelt wurde. Doch jetzt scheint er auch einer der ersten Märkte zu sein, wo das Wachstum der Internethändler an eine Grenze stößt.

Nach Angaben des E-Commerce-Branchenverbandes bevh sanken die Online-Umsätze mit Büchern und E-Books 2015 um acht Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Damit ist der Rückgang größer als in der Branche insgesamt. Hoffnung können die Buchhändler vielleicht auch aus der jüngsten Entwicklung in den USA schöpfen, die dem deutschen Markt oft ein paar Jahre voraus ist. Dort stiegen die Umsätze der Buchläden 2015 erstmals wieder um 2,5 Prozent auf umgerechnet zehn Milliarden Euro. Der Verkauf von Taschenbüchern verzeichnete zweistellige Zuwachsraten. Dass die deutschen Buchhändler noch nicht aufgegeben haben, zeigt sich auch in Düsseldorf. Keine 100 Meter vom gescheiterten Stern-Verlag entfernt eröffnet am Tag nach dessen Schließung eine Filiale der Mayerschen Buchhandlung.

LN

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