Hannover. Der Bulli. Er ist, auch wenn man ihn heutzutage kaum noch auf den Straßen sieht, ins kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Als das ultimative Familien- und Freizeitautomobil: Großer Kofferraum, Schiebetür, acht oder sogar neun Sitze. Dazu das unvergleichliche Gefühl, ein richtig großes Auto zu fahren: die hohe Sitzposition. Das fast waagerecht liegende Lenkrad. Der lange, spiddelige Schalthebel. Und das Beste waren die ausgebauten Camping-Bullis; mit Aufstelldach, Bett, Küchenzeile, Hängeschränken und Gardinen. Die große Freiheit, sie hatte einen Vier-Zylinder-Boxermotor im Heck. Luftgekühlt.

1979 war damit Schluss in Deutschland, die Produktion wurde eingestellt. Wer heute einen Original-Bulli in gutem Zustand kaufen will, der muss in der Rubrik „Oldtimer“ suchen. Und unter 25 000 Euro läuft da nur selten etwas. Oder . . . man kauft einen praktisch fabrikneuen „T2“: Denn in Brasilien wird dieses lebende Fossil noch immer gebaut. Allerdings nur noch wenige Exemplare, und ganz so einfach ist das alles dann doch nicht, denn sowohl in puncto Umwelt als auch Sicherheit genügt der Bulli so gar nicht mehr heutigen Anforderungen deutscher Zulassungsbehörden. Da braucht es schon ein paar Tricks und eine Erstzulassung in Großbritannien, um den Brasilien-Bulli dann doch in Deutschland in Gebrauch nehmen zu können.

Aber auch all das wird bald ein Ende haben. Volkswagen do Brazil will nur noch 600 Exemplare eines limitierten Sondermodells mit dem Namen „Last Edition“ bauen. Ab Ende des Jahres ist der Bulli nur noch ein eine romantisch Erinnerung. Oder eben ein sündhaft teurer Oldtimer.

• Alte Bullis gesucht:

Haben Sie noch tolle Fotos von Ihrem VW-Bus? Oder gar noch einen Bulli in der Garage? Mailen Sie uns an norddeutschland@LN-Luebeck.de

ahe