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Wirtschaft im Norden Air Berlin: Arbeitnehmer müssen weiter bangen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Air Berlin: Arbeitnehmer müssen weiter bangen
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23:13 25.10.2017
Stellten sich der Presse: Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (l.) und Staatskanzlei-Chef Björn Böhning. Quelle: Foto: Sophia Kembowski/dpa
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Berlin

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen sagte nach einem Treffen von Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern mit dem Bund, man habe sich nicht auf eine Lösung verständigen können. Bayern habe kein Geld geben wollen, Nordrhein-Westfalen und der Bund nur in einem geringem Umfang. Deshalb werde es eine Transfergesellschaft für alle Betroffenen „aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben“. Berlin werde aber eine „kleine Lösung“ für die Berliner Beschäftigten unterstützen, sagte Kollatz-Ahnen. Auch Air Berlin drückte die Hoffnung aus, dass zumindest eine Lösung für die rund 1200 Mitarbeiter des Bodenpersonals gefunden wird. Dafür müsste das Land Berlin eine verbindliche Finanzierungszusage machen.

Bayern und auch die Lufthansa, die große Teile der Air Berlin übernehmen will, hatten eine finanzielle Beteiligung an einer Transfergesellschaft zuvor abgelehnt. Der Gläubigerausschuss von Air Berlin hätte bis zu zehn Millionen Euro bereitgestellt – bei einem angenommenen Finanzbedarf von bis zu 50 Millionen Euro. In einer Transfergesellschaft werden Mitarbeiter vorübergehend freiwillig angestellt und in neue Jobs vermittelt. Sie bekommen dort weniger Geld als zuvor, müssen sich aber nicht arbeitslos melden und gewinnen Zeit für die Stellensuche.

Der Flugbetrieb war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert. Morgen stellt die Airline ihren eigenen Flugbetrieb endgültig ein. Im Air-Berlin-Konzern gibt es zurzeit rund 6800 Vollzeitstellen, die sich auf etwa 8000 Mitarbeiter verteilen.

Die Lufthansa will 3000 Mitarbeiter bei ihrer Tochter Eurowings einstellen: Rund die Hälfte davon wird mit den Air-Berlin-Töchtern Niki und LG Walter übernommen, auf die anderen Stellen müssen sich Ex-Air-Berliner bewerben. Das sorgt für Unmut bei Gewerkschaften, die große Gehaltseinbußen befürchten. Einige Flugbegleiter wollen auch gerichtlich gegen mögliche Kündigungen vorgehen.

Zu den Beschäftigten zählen neben Piloten und Flugbegleitern auch Verwaltungsangestellte. Auf Jobmessen hatten bereits mehrere Arbeitgeber um die Kollegen der Airline geworben, zum Beispiel die Bahn.

Auch die Bundeswehr wirbt um Ex-Air-Berliner. Über den Verkauf weiterer Teile der Fluggesellschaft wird derweil verhandelt – unter anderem mit Easyjet.

LN

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