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Air Berlin: Der Anfang vom Ende?

Berlin/Hannover Air Berlin: Der Anfang vom Ende?

Der Plan eines Ferienfliegers zusammen mit Tui ist geplatzt. Das war ein wichtiges Element beim Umbau der Airline.

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Flugzeuge von Tuifly und Air Berlin parken am Flughafen in Hannover: Eine Fusion beider Airlines wird es nicht geben.

Quelle: Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Berlin/Hannover. Die hoch verschuldete Fluggesellschaft Air Berlin braucht eine neue Strategie für einen Weg aus der Krise. Ihr Großaktionär Etihad verfolgt das Ziel eines gemeinsamen Ferienfliegers von Air Berlin mit Tuifly nicht weiter, teilte die arabische Fluggesellschaft gestern mit. Zuvor hatte der Tui-Konzern bekanntgemacht, dass die Verhandlungen über das geplante Joint Venture nicht fortgeführt würden. Damit ist ein wichtiger Baustein der geplanten Sanierung von Air Berlin weggebrochen. Die Airline sucht nun auch Hilfe bei der Politik.

Die Fluggesellschaft stellte bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags. Ein Air-Berlin- Sprecher bestätigte einen Bericht der Zeitung „Die Welt“. Eine solche Anfrage ist der übliche Weg für den Fall, dass das Unternehmen in einem zweiten Schritt dann tatsächlich einen Bürgschaftsantrag stellt. Die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und das Wirtschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen lehnten eine Stellungnahme ab. Bürgschaftsanfragen seien immer vertraulich. Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner machte Vorbehalte gegen eine Bürgschaft des Landes Nordrhein- Westfalen deutlich.

Zum Flugbetrieb teilte Etihad mit: „Die Urlaubsflüge der Air Berlin Group werden nun als separate Geschäftseinheit weitergeführt, unter der Marke Niki.“ In einem Schreiben des Tui-Konzerns an seine Mitarbeiter heißt es, Etihad habe offenbar mit Blick auf seine Investments in Europa neue Pläne verfolgt und neu bewertet, wie sich die Airline künftig in Deutschland und Europa aufstellen wolle. Neben Air Berlin steht dabei auch die Beteiligung an der Alitalia im Fokus. Air Berlin hatte das Touristikgeschäft an ihren österreichischen Ableger Niki abgegeben und dafür bereits im Dezember und Januar 300 Millionen Euro von  Etihad erhalten. Niki sollte unter Führung von Etihad in einem Bündnis mit dem Ferienflieger Tuifly aufgehen, der zum Reisekonzern Tui gehört.

Etihad teilte mit, in monatelangen Verhandlungen hätten die Beteiligten keine Übereinkunft über die „endgültige Beschaffenheit eines solchen Joint Venture“ erreicht. Air Berlin stellte fest, der Abbruch der Verhandlungen habe „keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Air Berlin Group“. Der Winterflugplan der Tochter Niki sei freigeschaltet und Niki fliege ihre Ziele auch planmäßig an.

Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein, ist mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldet und hält sich seit langem nur noch mit Finanzspritzen von Etihad in der Luft. Zuletzt hatte der deutsche Branchenprimus Lufthansa offen Interesse an einer Übernahme von Air Berlin bekundet. Ein Teil von Air Berlin ist seit Februar bereits für die Lufthansa unterwegs. Der Konzern hat 38 Maschinen samt Personal für seine Töchter Eurowings und Austrian Airlines gemietet. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zeigte sich auch mit Blick auf Tuifly besorgt. Das Management müsse erläutern, welche Folgen der geplatzte Deal für die Belegschaft der Tuifly habe, sagte ein Sprecher.

LN

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