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Aktionsplan gegen den Müll in Nord- und Ostsee

Berlin Aktionsplan gegen den Müll in Nord- und Ostsee

Ostseehäfen erheben generelle Entsorgungsgebühren, die die illegale Verklappung unattraktiv machen — Abfallvermeidung an Land.

Berlin. Meeresregionen im Atlantik, in denen riesige Mengen an Plastikmüll treiben, sind von der Weltraumstation ISS aus sichtbar. Aber auch in Nord- und Ostsee treiben Millionen Tonnen an Müll oder sammeln sich am Meeresgrund an. Allein auf dem Grund der Nordsee werden 600 000 Kubikmeter Müll geschätzt. Auch wenn es für die Ostsee keine aktuellen Schätzungen gibt, dürfte es um ähnliche Dimensionen gehen. Allein bis zu 10 000 Stellnetze gehen bei der Ostseefischerei jährlich verloren oder werden absichtlich im Meer „entsorgt“. Fische oder Meeressäuger verenden oft qualvoll in diesen „Geisternetzen“.

Ein Runder Tisch mit 50 Vertretern von Wirtschafts-, Industrie- und Umweltverbänden aus den deutschen Küstenländern hat gestern in Berlin den regionalen Aktionsplan gegen die Vermüllung von Nord- und Ostsee auf den Weg gebracht. Das Bündnis soll die vielfältigen Maßnahmen gegen die Vermüllung der Meere koordinieren und ihre Umsetzung voranbringen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sprach davon, „Guerilla-mäßig“ gegen den Müll vorzugehen. Mitstreiter sind mittlerweile 120 Fischer in Nord- und Ostsee, die den Müll, der sich in ihren Netzen verfängt, sammeln und in die Häfen transportieren. In vielen Ostseehäfen ist eine generelle Entsorgungsgebühr für alle Schiffe bereits üblich, unabhängig davon ob sie überhaupt Müll anlanden wollen oder wie viel. Damit soll der illegalen Müllverklappung auf See entgegengewirkt werden. Zahlen muss man im Hafen sowieso, meinte Hendricks. Für das Problem verlorene Netze sind elektronische Markierungen, eine Bepfandung der Netze sowie die Bergung von „Geisternetzen“ vorgesehen, wie die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger,sagte.

Ganz oben auf der Agenda stehen zudem Maßnahmen zur Vermeidung von Müll an Land. Mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) gibt es den Entwurf einer freiwilligen Vereinbarung zur entgeltlichen Abgabe von Kunststofftragetaschen. Statt derzeit 71 Taschen pro Kopf und Jahr sollen es bald „nur“ noch 40 sein. Und schließlich soll die Kosmetikindustrie, die in vielen Produkten, etwa in Peelings, Mikroplastikartikel einsetzt, bis spätestens 2020 darauf verzichten. Auch diese winzigen Teile werden von Fischen aufgenommen.

Von R. Zweigler

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