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Wirtschaft im Norden Albigs neuer Job: Für DHL in Brüssel
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Albigs neuer Job: Für DHL in Brüssel
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12:31 07.12.2017
Ex-Ministerpräsident Torsten Albig (54) geht als Lobbyist nach Brüssel.
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Brüssel/Kiel

„Wir ziehen nach Brüssel“, bestätigte Albig gestern. „Ich sofort – der Rest nach den Schulferien.“ Albigs offizieller Titel lautet „Vice President Corporate Representation Brussels“.

„Herr Albig wird die Kontakte des Unternehmens zu den EU-Behörden und in die Politik knüpfen und pflegen“, sagt DHL-Sprecher Dirk Klasen auf LN-Anfrage. Also wird er für so eine Art Klönschnack zuständig sein? „Ja, das könnte man so sagen, für Politik-Klönschnack“, sagt Klasen. Als Politiker sei er für die Aufgabe prädestiniert. „Man weiß, mit was für Leuten man zu tun hat – man war ja selber mal einer von denen.“ Die DHL-Gruppe habe immer wieder Ex-Politiker als Lobbyisten beschäftigt. So habe früher etwa die Gewerkschafterin, SPD-Politikerin und Ex-EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies für den Bonner Paket- und Brief-Dienst gearbeitet, heute tut es der Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Wend.

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Immer nur Sozialdemokraten? Nein, in Berlin beschäftige man zum Beispiel auch einen Ex- CDU-Politiker, betont der Sprecher. Das Parteibuch sei kein Kriterium dafür.

Torsten Albig war 2012 Ministerpräsident in Schleswig-Holstein geworden. Er regierte in einer Koalition aus SPD, Grünen und SSW. Nachdem der CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther im Landtag zu seinem Nachfolger als Ministerpräsident gewählt worden war, zog sich Albig weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sein Landtagsmandat gab er ab. Vor seinem Wechsel an die Spitze der Landesregierung war Albig Sprecher mehrerer Bundesfinanzminister und Konzernsprecher der Dresdner Bank in Frankfurt gewesen. Von 2012 an hatte er drei Jahre lang als Kieler Oberbürgermeister amtiert. 2016 hatte er sich nach 27 Jahren Ehe von seiner Frau getrennt. Mit ihr hat er zwei Kinder. Er zog zu seiner neuen Lebensgefährtin Bärbel Boy, die drei Kinder hat.

Bereits zu seiner aktiven Zeit als Politiker hatte Albig, der gebürtige Bremer, einen späteren Berufswechsel nicht ausgeschlossen. „Es wäre kein dramatischer Bruch in meinem Leben, wenn nach der Frankfurter, der Berliner und der Kieler Zeit noch eine Tätigkeit in London, Chicago oder Buenos Aires stehen würde“, sagte der SPD-Politiker schon Ende 2014. Und es wäre für ihn auch nicht die Niederlage seines Lebens, noch einmal etwas anderes als Politik machen zu können.

 W.Hammer

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