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Wirtschaft im Norden Alles dreht sich um das Pferd
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09:39 22.04.2017
Dressur-Reitlehrerin Nadine Lehmhoefer-Ferreira aus Auetal (Niedersachsen) führt auf der „Nordpferd“ einen spanischen Hengst vor. Quelle: Fotos: Felix König
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Neumünster

Gestern morgen vor den Holstenhallen in Neumünster staut sich der Verkehr: Die ausladenden Parkplätze füllen sich. Tausende sind gleich am ersten Tag gekommen, um die Pferdemesse „Nordpferd“ zu besuchen.

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Riesenansturm auf die „Nordpferd“ in Neumünster – Tausende Besucher schon am ersten Tag.

„Einfach mal gucken“ ist die Devise, wie Messe-Besucherin Katharina von Appen (18) aus Kirchbarkau (Kreis Plön) es ausdrückt. Sie probiert gerade eine roséfarbene Stepp-Reitjacke, ein Angebot.

Irgendwo wird sie sicher noch eine Schabracke kaufen, sagt sie, eine Satteldecke für ihren Haflinger „Atlantis“. „Am liebsten eine blaue.“

Satteldecken gibt es genug auf der Messe, daneben jede Menge Zaumzeug, Reithosen, Schuhe und Stiefel – fast nichts fehlt, was den Pferdefreund interessieren könnte. Es gibt Anhänger, Traktoren, Säcke mit Futter, sogar Versicherungen. 300 Aussteller präsentieren ihre Waren.

„Die Messe in Neumünster ist sehr wichtig für uns“, erklärt Uwe Schröder (55) aus Solingen von der Firma „Kentucky“. Er verkauft Reitmoden, vom Dressur-Zylinder bis zum Turniersakko. Es gehe ihm auf der „Nordpferd“ nicht zuletzt um neue Kundenkontakte. „Schleswig-Holstein ist ein Pferdeland.“

Roxanna Huck (27) von der Firma Ikonic ist mit Sätteln und anderen Artikeln regelmäßig auf der „Equitana“ in Essen, auf der „Pferde- und Jagdmesse“ in Hannover, doch auch der Besuch in Neumünster ist ihr wichtig. „Das lassen wir nicht aus.“ Ein Ponysattel kostet bei ihr 1000 Euro aufwärts, Springsättel liegen zwischen 1400 und 2800 Euro. „Unsere Sättel haben auswechselbare Kopfleisten“, führt Huck aus. „Es gibt sechs verschiedene Größen.“ So lasse sich der Sattel leicht immer wieder neu an Pferderücken anpassen.

Heidemarie Lipke (58) von der Firma „Seidel Pferdeinrichtungen“ hat ein Sortiment von Boxenwänden für Pferdeställe aufgebaut. „Die höherwertigen sind aus Tropenholz“, erläutert sie. An einheimischen Hölzern komme Eiche und Douglasie in Betracht. „Weichholz zerbeißen die Pferde.“ Es gebe auch Wände aus gepresstem Bambus. „Aber die verkaufen wir kaum.“ Der Press-Bambus komme überwiegend aus China. „Wer weiß, was da alles an Chemikalien drin ist.“

Marlies Lott (79) ist Inhaberin des Weidezaun-Herstellers „Curt Seidel“ bei Dessau. Die Patente für ihre Elektrozäune habe ihr Vater erfunden, der auch die Firma gründete. Sogar einen „Wolfszaun“

kann sie vorführen, der zuverlässig auch vor ungebetenem Besuch durch Wildschweine schütze.

Line Gutzke-Böttger (29) aus Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) hat in einer der Hallen auf einem Holzpferd Platz genommen und hält ein lilafarbenes Gummikissen. „Das ist eine Franklin-Rolle“, klärt Pferde-Gesundheitstrainerin Astrid Adomeit (48) aus Hamburg auf. Indem man sich zwei Rollen unter die Arme klemme oder sich darauf setze, könne man seine Haltung verbessern.

Nebenan, in der Reithalle, drehen Westernreiter und Ponys ihre Runden, Vereine und Reitschulen stellen sich vor. Wie wäre es hinterher mit einem Rote-Beete- oder Wildfrucht-Leckerli zur Belohnung für die Vierbeiner? Auch das gibt es natürlich auf der Messe.

Aus dem Tagesprogramm

Am Sonnabend präsentieren sich unter anderem die Interessengemeinschaft Fjordpferd (11.30 Uhr), die Shagya-Araber vom Gestüt Neuenbrook (13.20 Uhr), die Shettyzucht von Kessen (14 Uhr) und der Kaltbluthof Stalder (14.25 Uhr) sowie das ostfriesische und Alt Oldenburger Pferd ( 15 Uhr).

Am Sonntag zeigen Islandpferde ihre Vielseitigkeit (11.20 Uhr), es locken Spanische Impressionen (11.44 Uhr) und die Ausbilderquadrille Ostholstein (13.55 Uhr).

Die Nordpferd ist heute von 10 bis 19 Uhr, Sonntag noch von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt beträgt elf Euro, ermäßigt acht Euro (nordpferd.de).

Marcus Stöcklin

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