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Wirtschaft im Norden Allgemeine Zustimmung zur Übernahme der Nordic-Werften
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Allgemeine Zustimmung zur Übernahme der Nordic-Werften
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17:35 02.03.2016
Der Nordic Yards-Standort in Wismar. Quelle: Nordic Yards
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Schwerin/Rostock

Die Übernahme der Nordic-Werften ist im Nordosten auf Zustimmung gestoßen. Der Betriebsratsvorsitzende der Warnemünder Werft, Harald Ruschel, sprach von einer erlösenden Nachricht. Das Wichtigste sei, dass alle 1400 Mitarbeiter übernommen werden. „Wir sind Schiffbauer und wir werden weiter Schiffe bauen“, sagte Ruschel. Es könnte nun langfristig Beschäftigung generiert werden.

Der malaysische Genting-Konzern hatte am Mittwoch bekanntgegeben, die drei Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund für 230,6 Millionen Euro zu übernehmen. Gemeinsam mit der im Vorjahr erworbenen Lloyd-Werft Bremerhaven sollen die drei Standorte die globale Kreuzfahrtstrategie des Konzerns für das nächste Jahrzehnt sichern.

„Nach monatelangen Spekulationen und Unsicherheiten gibt es endlich Klarheit und Perspektive für die Beschäftigten“, erklärte Daniel Friedrich, Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar. Die Standorte in Mecklenburg-Vorpommern und Bremerhaven hätten das Know-how, um Kreuzfahrtschiffe in hoher Qualität bauen. Es sei wichtig, dass die damit verbundenen Chancen gerecht auf alle Standorte verteilt werden.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) berichtete von einem Gespräch mit Genting in der vergangenen Woche. Dort sei deutlich geworden, dass der Schwerpunkt vor allem der Bau von Kreuzfahrtschiffen sein werde. „Das ist einer der attraktivsten Märkte im Schiffbau. Wir hoffen, dass die Werften durch diesen Verkauf eine dauerhafte Perspektive erhalten und die Arbeitsplätze gesichert werden“, sagte Sellering.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigte sich erfreut, dass erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 ein neuer Investor Aufträge für die Werftstandorte des Landes mit im Gepäck habe. Genting sei einer der großen Player auf dem Wachstumsmarkt der Kreuzschifffahrt.

Es müsse nun gelingen, dass die Standorte in ein ruhigeres Fahrwasser gelangen“, sagte der Vorsitzende der Linksfraktion, Helmut Holter. Jetzt komme es darauf an, die avisierten Aufträge in trockene Tücher zu bringen, damit die Beschäftigten eine gesicherte Perspektive erhalten. Er erwarte die erforderliche Unterstützung Gentings. „Die Umsetzung der Aufträge und damit die Sicherung der Arbeitsplätze dürfen an einem mangelnden Engagement des Landes nicht scheitern“, sagte Holter.

Von einem Hoffnungsschimmer sprach Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr. „Die inzwischen Jahre andauernde Leidensgeschichte für die Mitarbeiter und das immer wiederkehrende Auf und Ab müssen endlich ein Ende haben.“

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