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Als Student zum Firmenchef

Krassow Als Student zum Firmenchef

Thorsten Fichtler hat sich vor 25 Jahren mit Haus- und Sanitärtechnik in Krassow selbstständig gemacht.

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Geschäftsführer Thorsten Fichtler (55) mit dem Modell eines von der Zurow Bau GmbH entwickelten WC für Parkplätze. Fotos (3): Sylvia Kartheuser

Krassow. Thorsten Fichtler ist ein Tüftler, ein Vordenker, ein innovativer Unternehmer. Vor 25 Jahren gründete er in Krassow die HKF Haustechnik GmbH, im Jahr darauf die Zurow Bau GmbH und wenig später kam die M+S GmbH hinzu, die auf Metallbau und Sanierung spezialisiert ist. Wie alles angefangen hat? Der 55-jährige Geschäftsführer der Unternehmensgruppe lächelt:

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Die Firma hat an fast allen Schulen in Wismar mitgearbeitet, die Reuter-Schule ist nur ein Beispiel.

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„Eigentlich durch einen Zufall — und aus der Not heraus.“ Zehn Jahre hatte er schon als Maschinen- und Anlagenmonteur gearbeitet, als er beschloss an der Technischen Hochschule Wismar, die damals universitären Status hatte, zu studieren.

„Dann kam die Wende. Ich war älter als 27 und hatte daher kein Anrecht mehr auf die finanzielle Unterstützung Bafög, und mein Trägerbetrieb hatte sich auch erledigt“, erzählt er. Was nun? Denn zu Haus saßen seine Frau und zwei kleine Töchter. Kurzentschlossen machte sich Thorsten Fichtler in seinem Beruf selbstständig, bot Leistungen im Heizungsbau an — und hatte zu Beginn sieben Mitarbeiter.

„Und zum Glück bekamen wir auch fast sofort Aufträge.“

Das Unternehmen wuchs. Im Sommer 1991 vergab die Hansestadt Wismar die Sanierung des Sanitärtraktes der Grundschule „Fritz Reuter“ an die Krassower. „Ich glaube, wir haben seitdem an fast allen Schulen in Wismar gearbeitet“, sagt der Geschäftsführer. Auch im Rathauskeller, am Zeughaus, am Schabbellhaus und anderen öffentlichen Gebäuden waren die HKF-Haustechnik und die Zurow Bau GmbH im Einsatz. Wismars neuer Busbahnhof ist komplett ein Eigenprodukt des Firmenverbundes aus Krassow.

Hinzu kamen Wohnungen über Wohnungen. „Grob überschlagen haben wir in 25 Jahren etwa 2000 Wohnungen saniert“, schätzt Thorsten Fichtler. In den ersten zwei Jahren als Firmenchef ging er weiter zur Hochschule. In seiner Stimme schwingt leichter Stolz mit, als er sagt: „Und ich habe das Studium auch abgeschlossen.“

In der Firma ging es Schlag auf Schlag. Aufträge von schlüsselfertigem Bauen über Stahl- und Hallenbau bis zu moderner Heizungstechnik kommen mittlerweile aus der ganzen Region zwischen Rostock, Schwerin, Hagenow und Hamburg. Jüngstes Beispiel: Am Ersatzneubau für das Gymnasium in Neukloster sind die Krassower für die Sanitärinstallation zuständig.

Thorsten Fichtler und seine Mitarbeiter sind zudem immer darauf bedacht, Bestehendes weiter- und andere Dinge neu zu entwickeln. Dazu zählen die Toilettenhäuser auf Autobahnparkplätzen. Je nach Bedarf werden unterschiedliche Lösungen angeboten.

Die neueste Innovation: Aufzüge, die nachträglich in Häuser eingebaut werden können und jedes Geschoss punktgenau anfahren, einschließlich Keller. In zwei Fünfgeschossern in Dorf Mecklenburg sind die ersten beiden seit dem 15. Dezember im Einsatz (die OZ berichtete). Für diese Erfindung bekam die Zurow Bau GmbH den gemeinsamen Innovationspreis der Handwerkskammer Schwerin, des Wirtschaftsministeriums und der Volks- und Raiffeisenbank.

Seit 15 Jahren beschäftigen sich sich Thorsten Fichtler und seine Mitarbeiter zunehmend mit Klimatechnik, haben Solar- und Windenergie betriebene Kühlcontainer entwickelt. „Sie können dort eingesetzt werden, wo es keine andere Stromversorgung gibt“, erklärt der 55-Jährige. In Afrika und am Mittelmeer würden bereits Container aus Krassow stehen.

Der Tüftler denkt aber auch gern darüber nach, wie sich Dinge, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, anders nutzen lassen. Ein Beispiel: „Bei mir im Garten habe ich drei Waschmaschinentrommeln aufeinandergestapelt — es ist der beste Komposter, den ich je hatte“, sagt Thorsten Fichtler und lacht.

Zahlen und Fakten

1990 im November gründet der Maschinen- und Anlagenmonteur Thorsten Fichtler in Krassow die Firma HKF Haustechnik. Im März 1991 folgt die Gründung der Zurow Bau GmbH. Später auch die von M+S, Metallbau+Sanierung. Zum Firmenverbund, der seinen Sitz in Krassow, einem Ortsteil der Gemeinde Zurow hat, gehören inzwischen auch Delfis, eine Strandbauten- und Baubetreuungs GmbH, die Energypark GmbH Krassow und die Am R.I.T.Z. GmbH, ein Touristikzentrum.
Als Thorsten Fichtler anfing, hatte
er gerade einmal sieben Mitarbeiter,
inzwischen sind es mehr als 130,
die in zwölf Gewerken tätig sind.

Der Firmenverbund ist mittlerweile
bis nach Rostock, Schwerin, Hagenow und Hamburg im Einsatz.

Sylvia Kartheuser

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