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Wirtschaft im Norden Am Hamburger Rand steigt der Druck
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18:20 30.12.2017

Im Jahr 2016 hätten die Mitarbeiter 27400 Wohnungsanzeigen für ganz Schleswig-Holstein analysiert, erklärt Vogt. Dabei müssen sie beispielsweise auch „falsche“ Anzeigen erkennen, wo Wohnungen oder Häuser zur Vermietung angeboten werden, die es gar nicht gibt. Alle Daten müssen also geprüft werden, bevor sie ins Mietenmonitoring einfließen. Untersucht werden jeweils „Angebotsmieten, die frühzeitig erste Hinweise auf Entwicklungen und Trendänderungen liefern“, heißt es im Bericht der IB.SH. Der mittlere Angebotspreis – gemeint ist jeweils der Quadratmeterpreis ohne Nebenkosten – lag 2016 bei 7,01 Euro, ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liege der Preisanstieg erstmals seit dem Jahr 2012 wieder unter drei Prozent.

Betrachtet man die Regionen, zeigt sich allerdings, dass dieser Rückgang sich nicht in allen Teilen des Landes gleichermaßen abbildet. Der Abstand zwischen teureren und billigeren Regionen hat sich weiter vergrößert. Im direkten Hamburger Umland lag demnach der mittlere Angebotspreis in der Wiedervermietung zwischen 8,33 Euro in Pinneberg und 9,19 Euro in Norderstedt, im weiteren Umland zwischen 7,24 Euro in Bad Oldesloe und 7,58 Euro in Elmshorn. „Der steigende Marktdruck, der von der Hansestadt Hamburg ausgeht, wird zunehmend nach außen getragen“, heißt es im IB.SH-Bericht zum Mietenmonitoring. Besonders deutliche Preisanstiege in der Wiedervermietung weisen Geesthacht (plus 6,7 Prozent) und Elmshorn (plus 6,8 Prozent) auf.

In den Oberzentren hätten mit Flensburg (plus 3,9 Prozent auf 6,33 Euro) und Neumünster (plus 6,4 Prozent auf 5,85 Euro) diejenigen Städte an Preisdynamik gewonnen, die zuvor hinter der Entwicklung von Kiel (plus 3,4 Prozent auf 7,24 Euro) und Lübeck (plus 3,0 Prozent auf 7,24 Euro) zurückgeblieben seien. Von den Mittelzentren liegen nur Bad Segeberg und Eckernförde über dem mittleren Angebotspreis des Landes.

Die Zahl der angebotenen Neubauwohnungen am Markt steigt an, vor allem wiederum im Hamburger Umland. Der durchschnittliche Mietpreis im Land pro Quadratmeter im Neubau liegt jetzt bei 9,88 Euro, ein leichtes Plus von 1,3 Prozent.

„Die Nachfrage nach Fördermitteln für den sozialen Wohnungsbau ist nach wie vor groß“, sagt IB.SH-Experte Axel Vogt. Das sei eine „schöne Botschaft“, aber manches Bauvorhaben dauere dann vom ersten Antrag bis zur Fertigstellung vier Jahre. Außerdem: „Überall herrscht ein großer Mangel an bebaubaren Grundstücken“, sagt Vogt. Die Wohnungsbauunternehmen fänden oftmals keine geeigneten Grundstücke mehr, um ihre Pläne zu verwirklichen. „Viele würden gerne noch mehr bauen, kommen aber an ihre Kapazitätsgrenze, weil auch die Auftragsbücher der Handwerker voll sind.“ Außerdem würden die Baukosten stark ansteigen.

Lübeck habe durch seine sehr sozial eingestellten Wohnungsbaugenossenschaften eine „tolle Situation“, sagt der Immobilienexperte. Es sei auch kein Trend zu beobachten, dass Menschen aus dem Umland verstärkt in die Hansestadt ziehen. Der momentane Bauboom werde mittelfristig zur Entspannung auf dem Mietmarkt führen, auch die demographische Entwicklung trage dazu bei, sagt Vogt.

Von Christian Risch

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