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14:43 25.07.2016

Es waren die Achtziger, und auf einmal waren wir frei. Filme, die zur Unzeit im Fernsehen liefen, konnten aufgezeichnet und später nach Belieben angeschaut werden. Der Videorekorder hatte seinen Siegeszug in deutsche Wohnzimmer angetreten, und neben den Büchern standen in der Schrankwand plötzlich klobige Kassetten. Die Ära der VHS-Rekorder, die damals den Kampf um das gängigste Videoformat gewonnen hatten, ist im Grunde schon längst vorbei – was die Videokassetten den Büchern angetan hatten, fügten ihnen selbst später die DVDs zu. Wer noch Videos auf Band hat, die ihm lieb sind, sollte sie schleunigst digitalisieren oder seinen Rekorder liebevoll pflegen: Der weltweit letzte Hersteller dieser Geräte, Funai Electric in Japan, stellt demnächst die Produktion ein.

Dabei mangelt es nicht an Nachfrage. Funai stellte 2015 noch 750000 Videorekorder her. Jetzt habe aber ein Zulieferer angekündigt, dass es schwierig werde, ein bestimmtes Bauteil zu liefern, so ein Firmensprecher. Das japanische Unternehmen ließ in China fertigen, die meisten Rekorder wurden in den USA verkauft, vor allem unter der Marke Sanyo. Dass die Geräte noch zum Aufzeichnen von Fernsehsendungen genutzt wurden, gilt als unwahrscheinlich: Die letzten VHS-Kassetten wurden bereits 2002 hergestellt, und ihre Lebensdauer bei ständigem Überspielen ist nicht besonders lang. Die Rekorder wurden nach Angaben von Funai eher von Leuten gekauft, die ihre alten Aufnahmen auf Magnetband noch abspielen wollten.

Wenn der letzte Videorekorder den Geist aufgegeben hat, sind diese Aufnahmen für immer unsichtbar. Aber dann kann man am Lagerfeuer davon erzählen. St.

Gollasch

LN

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