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Wirtschaft im Norden Amazons neueste Erfindung: Bestellung auf Knopfdruck
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20:14 31.08.2016
Toilettenpapier alle? Einfach den Bestellknopf (oben links) drücken, dann liefert Amazon Nachschub frei Haus. Quelle: Fotos: Amazon

. Der weltgrößte Online- Händler Amazon bringt seine „Dash“-Bestellknöpfe, mit denen Verbrauchsartikel nachgeordert werden können, nach Deutschland. Die kleinen Geräte, die wie eine Türklingel mit Marken-Aufkleber aussehen, können seit gestern erworben werden, teilte Amazon mit. Die Idee ist, dass die Kunden sie an einem passenden Ort in ihrem Haushalt anbringen – zum Beispiel direkt an der Waschmaschine oder an den Kacheln im Bad – und dann drücken können, wenn ihnen einzelne Waren des täglichen Bedarfs ausgehen. Die Bestellung wird dabei mit nur einem Knopfdruck ausgelöst.

Der US-Versandhändler arbeitet schon lange daran, sich in den Alltag seiner Kunden zu integrieren – Eine der Ideen, die „Dash Buttons“, ist jetzt auch bei uns auf dem Markt.

Außerdem startet Amazon in Deutschland auch die automatisierte Version dieses Dienstes, bei der vernetzte Geräte wie Waschmaschinen, Staubsauger oder Drucker etwa Waschmittel, Staub-Beutel und Tintenpatronen selbst rechtzeitig nachbestellen können. Unter anderem Technik von Bosch, Siemens, Bauknecht und Samsung soll die Funktion bekommen.

Die „Dash“-Buttons verkauft Amazon für 4,99 Euro – die beim ersten Einkauf mit ihnen gutgeschrieben werden. Zum Start seien „Dutzende“ Marken dabei, sagte Amazon-Manager Amir Pelleg. Wie in den USA sind darunter Reinigungsmittel, Kosmetik-Artikel, Futter für Haustiere.

In den USA führte Amazon die Knöpfe im Frühjahr 2015 ein. In den vergangenen zwei Monaten hätten sich die Ordern über die „Dash“-Buttons in den USA verdreifacht, sagte Pelleg. „Aktuell sehen wir zwei Bestellungen pro Minute.“ Die Marken hätten Amazon gedrängt, schneller international zu expandieren. In den USA seien Haushaltsartikel aus Papier, Waschmittel und Getränke unter den am häufigsten bestellten Waren. Jeder Knopf ist fest für nur ein Produkt programmiert – will ein Nutzer die Marke wechseln, muss er sich einen neuen „Dash“-Button bestellen. Die Knöpfe werden per WLan verbunden, die Batterie soll fünf bis zehn Jahre halten. In den USA lässt Amazon Nutzer inzwischen auch Artikel per Sprachbefehl über seinen vernetzten Lautsprecher „Echo“

bestellen.

Bei einer Bestellung erhält der Nutzer eine Benachrichtigung auf seinem Smartphone. Da die Knöpfe kein Display haben, ist das der erste Moment, in dem der Kunde den Preis der aktuellen Order sieht.

In den USA hatte es wiederholt Kritik von Nutzern gegeben, dass die Artikel von einer Bestellung zur nächsten zum Teil deutlich teurer geworden seien. „Jedes Mal, wenn der Kunde vom Preis überrascht wird, ist das ein Riesen-Problem für uns“, sagte Pelleg. Es gehe um Vertrauen, das leicht zu verlieren sei.

Für Amazon bedeuten die punktuellen Bestellungen auch mehr einzelne Produktlieferungen. Das Unternehmen äußert sich nicht konkret zur Wirtschaftlichkeit des Geschäftsmodells angesichts der Lieferkosten. Es sei die Aufgabe des Konzerns, die Zustellung entsprechend effizient zu gestalten, sagte Pelleg lediglich.

IFA stellt vernetzte Technik in den Mittelpunkt

Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin präsentieren die Hersteller ihre Ideen, wie in Haushalten alles einfacher und komfortabler werden kann.

Ein superschlankes Notebook, ein digitaler Rauchmelder und eine Spülmaschine, die selber einkauft: Vernetzte Geräte stehen im Mittelpunkt, die das Leben erleichtern und weniger Strom verbrauchen sollen. Noch smarter, lautet das Motto der Berliner Messe, die morgen ihre Türen für das Publikum öffnet und in diesem Jahr mit Rekordzahlen an den Start geht.

Die Zahl der Aussteller ist im Vergleich zu 2015 um 13 Prozent gestiegen, die Fläche hat sich um 5 Prozent auf rund 158 000 Quadratmeter vergrößert, so die Veranstalter. Die IFA gilt traditionell als Impulsgeber der Branche.

LN

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