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Wirtschaft im Norden Anklage erhoben: Anton Schlecker drohen zehn Jahre Haft
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Anklage erhoben: Anton Schlecker drohen zehn Jahre Haft
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21:12 13.04.2016
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Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen den Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts erhoben. Der 71 Jahre alte Schlecker und weitere Familienmitglieder sollen kurz vor der Schlecker-Pleite Millionen beiseite geschafft und dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben, so die Staatsanwaltschaft. Über die Anklage berichteten auch die „Stuttgarter Zeitung“, „Stuttgarter Nachrichten“ und das „Handelsblatt“. Die Familie Schlecker war zunächst nicht zu erreichen.

Anton Schlecker. Quelle: dpa

Im Falle von Anton Schlecker geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um vorsätzlichen Bankrott in mehreren Fällen, bei seiner Frau Christa und seinen beiden Kindern Meike und Lars um die Beihilfe zum Bankrott. Schleckers Kinder müssen sich demnach auch wegen Insolvenzverschleppung und Untreue verantworten. Im Visier der Ermittler sind Geldgeschenke Schleckers an seine Enkelkinder ebenso wie Summen, die Schlecker mittels überhöhter Preise an die Firmen seiner Kinder übertragen haben soll.

Die Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität ermittelte drei Jahre lang im Fall Schlecker. Auf Bankrott steht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft. Bei besonderes schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft — das trifft laut „Handelsblatt“ auf gleich dreizehn „Bankrott“-Straftaten Schleckers zu.

Nach Informationen der Zeitungen geht es in der 250-seitigen Anklageschrift konkret um angebliche Geschenke Schleckers an seine Kinder und Enkel und um Millionensummen, die Schlecker an eine Firma seiner Kinder übertragen haben soll. Die Strafverfolger werfen Schlecker nach den Berichten auch vor, falsche Angaben in Bilanzen gemacht und eine Falschaussage an Eides statt abgegeben zu haben.

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Etwa 25 000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte zu seinen Bestzeiten rund 9000 Märkte im In- und Ausland. Die Firma war am Ende an der Zahlung eines zweistelligen Millionenbetrages gescheitert. Die Familie hatte damals beteuert, dass angeblich „nichts mehr da“ sei.

LN

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