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Wirtschaft im Norden Arbeiten im Schwimmdock: Ran an den Propeller
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Arbeiten im Schwimmdock: Ran an den Propeller
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13:32 24.07.2017

Nico Isenberg greift zum Brenner und entzündet die Stichflamme. Seinen Arbeitsplatz hat der 44-Jährige auf einem Schwimmdock, in dem ein Fahrgastschiff liegt. Seit 19 Jahren arbeitet er als Monteur auf der Böbs-Werft in den Bereichen Yacht- und Schiffstechnik. Alles, was an Technik unter Deck anfällt, Motorenanlagen, Getriebe, Propeller, ist die Welt des Handwerkers.

Mit einem XXL-Schraubenschlüssel löst Isenberg die große Mutter am Propeller. Dazu braucht er seine beiden Hände. „Anschließend wird der Propeller erhitzt, damit er sich durch die Wärme ausdehnt und sich leichter von der Propellerwelle lösen lässt“, erklärt der Techniker. Dann greift er zu einer speziellen Abziehvorrichtung, einem großen Spezialwerkzeug. Auf wieviel Grad der Schiffspropeller erhitzt werden muss, sei Gefühlssache, erklärt Isenberg. Die große Schraube besteht aus Sondermessing, einer speziellen Legierung auf Kupfer-Zink-Basis. Sie hat ein Gewicht von 98 Kilogramm.

Bevor Isenberg die Möglichkeit hat, an den beiden Propellern zu arbeiten, muss das Fahrgastschiff eingedockt werden. Das passiert mit einem sogenannten Schwimmdock. Das heißt, es wird mit dem Dock, welches geflutet wird, langsam aus dem Wasser gehoben. Nach Abschluss der Reparatur- und Wartungsarbeiten wird das Dock wieder geflutet, und das Schiff gewinnt wieder Wasser unter dem Kiel, schwimmt auf und kann aus eigener Kraft weiterfahren. Das 1984 gefertigte Dock – es ist übrigens das letzte auf der Flender Werft gebaute Schwimmdock – besitzt eine Tragfähigkeit von 100 Tonnen, ist 30 Meter lang und 15 Meter breit. Ausgelegt ist es für eine Nutzbreite von zehn Metern. Es befindet sich nur einige Meter vom Yachthafen des Unternehmens entfernt. Isenberg genießt nicht nur eine tolle Sicht auf die Trave, sondern hat auch einen direkten Blick auf die moderne Steganlage aus 375 laufenden Metern Stahlbeton-Pontons in Sektionen von jeweils 15 Metern Länge und drei Metern Breite. 120 Yachten haben Platz, und die Schiffseigner können auf alle Bootsbau- und Serviceleistungen der Werft zurückgreifen. Einschließlich des Schwimmdocks, eines 32-Tonnen- und eines Mastenkrans, und des XXL-Schraubenschlüssels von Nico Isenberg.

In dieser Serie erläutern wir interessante Arbeitsschritte aus Firmen der Region. Soll Ihr Unternehmen auch in dieser Serie erscheinen? Bewerben Sie sich gerne per E-Mail!

Die Adresse: wirtschaft@ln-luebeck.de

Rüdiger Jacob

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