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Arko will 60 neue Filialen eröffnen

Wahlstedt Arko will 60 neue Filialen eröffnen

Wahlstedter Unternehmen plant weiteres Wachstum bis 2020 — Erfolgreiche Kooperation mit Niederegger.

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Rösterin Ronja von Hoff (25) zeigt rohe Kaffeebohnen aus Nicaragua vor dem Röstprozess.

Wahlstedt. Hier duftet es überall nach frischem Kaffee. „Die rohen Bohnen werden acht bis elf Minuten lang in der Röstschale auf bis zu 210 Grad erhitzt“, erklärt Herbert Wohler (53), Röstmeister bei Arko in Wahlstedt. Auf großen Computerbildschirmen in der Leitstelle kann er den kompletten Vorgang verfolgen — vom Ansaugen des Rohkaffees aus den Außensilos bis zur Abfüllung der fertigen Ware. „Aus 160 Kilo Rohkaffee werden so 135 Kilo gerösteter Kaffee“, erklärt Wohler. Neben den Silos stehen in der Rösterei große, 500 Kilo schwere Bigpacks mit fertigem Kaffee, eine Etage tiefer die Säcke mit den rohen, grünen Kaffeebohnen zum Beispiel aus Nicaragua, Kolumbien oder Papua-Neuguinea.

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In der Leitstelle der Kaffeerösterei überwacht Herbert Wohler (53) den Prozess an Computerbildschirmen.

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Mit Kaffee hat 1948 alles angefangen, als Cuno Rothfos mit seinem Vater Bernhard Rothfos Arko, die „Arbeitsgemeinschaft für den Vertrieb von Konsumgütern“, gründete, dann kamen die Süßwaren dazu.

Beide blieben bis 1997 Geschäftsführer. Seit April 2014 gehört die Arko GmbH der Familie Morzynski, die auch das Grand Hotel Heiligendamm und die Halloren Schokoladenfabrik in Halle an der Saale besitzt. Patrick G. Weber (43), der zwei Jahre lang das Grand Hotel führte, kam Anfang dieses Jahres nach Wahlstedt, seit März ist er alleiniger Geschäftsführer und will das traditionsreiche Unternehmen neu ausrichten.

„Arko befindet sich im Umbruch und ist — im positiven Sinne — in heller Aufruhr“, sagt Weber. „Es ist ein tolles Unternehmen mit einer tollen Zukunft. Wir wollen unseren Kunden ein Einkaufserlebnis vermitteln, eine Wohlfühlathmosphäre bieten, wo auch mal Zeit für einen Klönschnack ist.“ Auf kompetente Beratung der Kunden legt er dabei besonderen Wert. „Wie gut unser Geschäft läuft, hängt ganz entscheidend von den Mitarbeiterinnen in den Filialen und bei unseren Franchise-Partnern vor Ort ab und wie sehr sie für das Unternehmen brennen“, sagt Weber.

220 Standorte zählt Arko heute — 140 Filialen und 80 Franchise-Geschäfte, die meisten davon in Nord- und Ostdeutschland. Zurzeit hat das Unternehmen rund 700 Mitarbeiter, 550 in den Filialen und 150 in Wahlstedt. Das Arko-Sortiment wird außerdem im Depotgeschäft an bundesweit 3500 Standorten im Lebensmitteleinzelhandel vertrieben — unter anderem in Geschäften von Edeka, Rewe und Coop. Etwa 61 Millionen Euro Umsatz macht Arko im laufenden Jahr. Man habe eine sehr heterogene Struktur, Filialen sowohl in Top-Lagen der Innenstädte als auch im ländlichen Bereich, so Weber, das mache auch die Stärke aus.

„Wir müssen als Firma für etwas stehen — als inhabergeführtes, hanseatisches, holsteinisches Unternehmen“, sagt der Geschäftsführer, der auch eine engere Kooperation mit einem anderen Traditionsunternehmen anstrebt. Im Oktober stellte Arko Niederegger drei Wochen lang in allen Filialen Schaufenster zur Verfügung. Im Laden konnten Kunden dann ihre individuelle Packung mit ihren Lieblingssorten von Niederegger zusammenstellen. „Diese Aktion ist sehr gut angekommen“, sagt Marketingchefin Susanne Bodmann (42). „Wir glauben, dass Niederegger sehr gut zu uns passt und versprechen uns von dieser Zusammenarbeit auch in Zukunft sehr viel.“

Im November hat Arko einen „Standortentwickler“ eingestellt, der sich nach und nach alle Filialen ansieht, prüft und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge macht. „Wir wollen die Gesellschaft gesunden, neu aufstellen und wachsen“, sagt Weber. „In fünf Jahren wollen wir 280 Standorte haben, die sowohl in Eigenregie durch eigene Mitarbeiter, als auch durch Franchisenehmer betrieben werden.“

Doch es wurden auch Stellen abgebaut. Im November hat Arko 24 Mitarbeiter des Depotvertriebes gekündigt und die Belieferung und Betreuung der Depots an Handelsagenturen übertragen. „Das war wirklich nicht schön und ein sehr emotionaler Tag für die Arko und vor allem für betroffene, teils langjährige Mitarbeiter“, sagt Weber. „Aber nach intensiver Abwägung aller Fakten, Chancen und Risiken mussten wir diesen Schritt gehen", fügt er hinzu. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Kündigungsschutzklagen gegen diesen Schritt.

Eine Standortgarantie für Wahlstedt zu geben, die die Arko-Stiftung 2014 gefordert hatte, sei Morzynski und ihm leicht gefallen, sagt der Geschäftsführer. 90 Prozent der Mitarbeiter kämen aus der näheren Umgebung. „Wir wollen Arko wieder so attraktiv machen, dass zum Beispiel auch Hamburger und Kieler gerne hier arbeiten möchten“, sagt Weber.

Spezialitäten: Pralinen und Kaffee
60 verschiedene Pralinensorten bietet Arko seinen Kunden zur Auswahl in den Theken der Filialen an, daneben Schokoladen, Marzipan, Gebäck, andere Süßwaren und mehrere Sorten Kaffee aus eigener Röstung. Ziel des neuen Geschäftsführers ist es, neben den treuen Stammkunden auch neue Käuferschichten anzusprechen.
100 Lieferanten arbeiten für Arko. 20 Lastwagen kommen in der Vorweihnachtszeit zum Arko-Stammsitz, bis zu 16000 Kartons werden täglich im Hochregallager des Logistikzentrums bewegt. Von hier aus werden die Waren mit dem eigenen Fuhrpark und Partnerfirmen in die insgesamt 220 Filialen verteilt.

Christian Risch

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