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Wirtschaft im Norden Arm werden durch Sparen?
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Arm werden durch Sparen?
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20:10 30.09.2017

Die Bundestagswahl war der Börse egal, wobei nicht nur der Euro „eins in die Fresse“ bekam. Auch wenn Volksparteien mit weniger Volk dastehen, finanziell gesehen geht es uns doch (noch) gut – nachzulesen im globalen Vermögensreport der Allianz. Jeder Deutsche legt im Schnitt 320 Euro monatlich zur Seite. Wirklich? Das waren 200 Millionen Euro im letzten Jahr. Abzüglich der Schulden besitzt jeder 49760 Euro – statistisch. Wahr ist auch, dass durch die ungleiche Verteilung des Reichtums jeder Zweite über weniger als 14650 Euro verfügt – erstaunlich wenig für einen Exportweltmeister mit riesigen Leistungsbilanzüberschüssen, der europäischen Freunden Geld leiht, damit die unsere Waren kaufen können.

Vermögen hat heute weniger mit Arbeit oder gar Fleiß zu tun, sondern mehr mit der Art des Sparens und der Umverteilung des Geldes von unten nach oben. Im letzten Jahr stieg das weltweite Vermögen um sieben Prozent auf 180 Billionen Euro, hierzulande um fünf Prozent auf 5,7 Billionen Euro. Dabei spart man hierzulande meist altmodisch und packte 2016 rund 200 Milliarden beiseite. Man könnte auch sagen, man arbeitet fürs Geld und lässt es nicht für sich arbeiten. Andere sparen nichts, bekommen aber mehr raus, weil ihr Geld in Aktien steckt. Niederländer haben so 2000 Euro zusätzlich im Monat, Belgier 1000 Euro und Deutsche jenseits ihres Kontos nur 300 Euro. Der Vermögensreport verdeutlicht, dass Notenbanken aus herkömmlichen Sparern zwangsläufig Anleger macht. Man kann durch Sparen inzwischen auch arm werden. Man muss Geld nur arbeiten lassen, raten Experten.

Haben Sie Geld schon mal arbeiten sehen? Dennoch ist die erste Million die Schwerste. Dann wird es einfacher, denn der Teufel macht immer schneller auf den größten Haufen. Doch nur, solange die Börsen steigen.

LN

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