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Wirtschaft im Norden Atomaufsicht bescheinigt AKW-Betreiber Vattenfall Zuverlässigkeit
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Atomaufsicht bescheinigt AKW-Betreiber Vattenfall Zuverlässigkeit
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02:12 05.07.2013
Vattenfall besteht Zuverlässigkeitsprüfung. Foto: Carsten Rehder/Archiv
Kiel

Vattenfall habe sichergestellt, dass es seine Pflichten als Inhaber atomrechtlicher Genehmigungen einhält. „Die entstandenen Zweifel an der atomrechtlichen Zuverlässigkeit sind damit ausgeräumt“, sagte der Leiter der Atomaufsicht, Wolfgang Cloosters.

Vattenfall betreibt im Norden die stillgelegten Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel, die infolge der Atomgesetzänderung von 2011 nie wieder ans Netz dürfen. Auslöser für eine „vertiefte aufsichtliche Betrachtung“ war eine Reaktorschnellabschaltung in Krümmel im Juli 2009. Im Zusammenhang damit hatte die Atomaufsicht nach eigenen Angaben Sachverhalte erfahren, „die Zweifel an der atomrechtlichen Zuverlässigkeit von Vattenfall auslösten“.

Energieminister Robert Habeck (Grüne) signalisierte bereits vor drei Monaten, Vattenfall werde wahrscheinlich die Zuverlässigkeit attestiert. Die Hürden dafür wurden dadurch niedriger, dass die Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel laut Gesetz nie mehr Strom liefern dürfen: Damit sank das Gefahrenpotenzial erheblich, Bedingungen für die Beurteilung der atomrechtlichen Zuverlässigkeit änderten sich.

„Wir hatten nie Zweifel an unserer Zuverlässigkeit“, sagte Vattenfall-Sprecherin Sandra Kühberger der Nachrichtenagentur dpa. „Wir freuen uns, dass sich die Aufsichtsbehörde nach langer und gründlicher Prüfung unserer Sichtweise angeschlossen hat.“

Laut Ministerium mussten das Zusammenwirken von Mensch, Technik und Organisation bei Vattenfall sowie das Sicherheitsmanagement aufgearbeitet werden. Defizite habe es auch in der Kommunikation zwischen Technischer Geschäftsführung und der Kraftwerksleitung in Krümmel gegeben. Nach dem Zwischenfall von 2009 war der Kraftwerksleiter von seinen Aufgaben entbunden worden. Auch die Entdeckung verrosteter Fässer mit Atommüll in Brunsbüttel im Jahr 2012 spielte bei der Zuverlässigkeitsprüfung eine Rolle.

Der Atomaufsicht zufolge ergriff Vattenfall Maßnahmen, „um technische Defizite sowie Mängel in der Organisation, der Administration, der Kommunikation, der Personalsituation sowie beim Sicherheitsmanagement zu beheben“. Während der Überprüfung nahm der Konzern Analysen vor und reichte Stellungnahmen ein. Zudem wurden Gutachten eingeholt.

Die abschließende Expertise zu Krümmel wurde im Februar dieses Jahres vorgelegt, die zur Problematik verrosteter Fässer in Brunsbüttel am 12. Juni. Das ganze Verfahren zur Prüfung der Zuverlässigkeit Vattenfalls erstreckte sich über mehrere Jahre. Die Atomaufsicht hatte dem Konzern vorgeworfen, er habe Unterlagen nur zögerlich geliefert.

dpa

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