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Wirtschaft im Norden Atommüll aus Sellafield kommt schon 2019 ins Land
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Atommüll aus Sellafield kommt schon 2019 ins Land
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21:10 27.09.2017
Kiel

Insgesamt werden dort sieben Transportbehälter für hochradioaktiven Abfall erwartet. Sie sollen in einem überirdischen Zwischenlager, einer großen Halle direkt am Kernkraftwerk, aufbewahrt werden.

Das Zwischenlager hat Platz für insgesamt 100 Castor-Behälter. Aktuell stehen dort 29, bis Ende des Jahres kommen voraussichtlich fünf weitere aus dem laufenden Betrieb hinzu. Außerdem wird noch Platz für jenes Material benötigt, das nach dem Abschalten des Reaktors anfallen wird – das Kernkraftwerk darf nur noch bis 2021 am Netz bleiben. Irgendwann soll der gesamte hochradioaktive Müll dann in ein atomares Endlager unter Tage gebracht werden. Doch das ist noch nicht gefunden. Derzeit sucht eine Kommission nach möglichen Standorten. Vor 2050 wird es nicht in Betrieb gehen.

Deutschland ist rechtlich verpflichtet, die Behälter mit dem strahlenden Müll aus Sellafield und einige mit mittelstark belastetem Material aus einer Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague wieder aufzunehmen. Ursprünglich hatte das Material dort für eine erneute Nutzung bearbeitet werden sollen. Dann kam der deutsche Atomausstieg. Monatelang hatte es danach Streit gegeben, welches Bundesland die Abfälle wohl zwischenlagern müsse. Habeck hatte früh, schon 2013, die Bereitschaft Schleswig-Holsteins erklärt, wenn mindestens zwei andere Bundesländer mit Kernkraftwerksstandorten mitziehen würden. Schließlich, so Habeck damals, müsse man sich gemeinsam der Bewältigung der Last stellen, die mit der Nutzung der Kernenergie entstanden sei.

Vor allem Bayern zierte sich lange. Nun ist es neben Hessen, Baden-Württemberg und dem Norden mit dabei. Er rechne damit, dass zeitnah entsprechende Anträge der Energiekonzerne für die Castor-Transporte eingehen werden, sagte Habeck nun am Rande der Sitzung des Landtags-Umweltausschusses in Kiel. Das gehe aus einem Schreiben des Bundesumweltministeriums und der Energieversorger hervor. Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit müsse die Transporte noch genehmigen.

„Das ist zugegeben eine zusätzliche Last“, sagt Habeck nun. Sie sei aber fair verteilt. Insgesamt muss Deutschland 21 Castoren aus Sellafield und fünf Atommüllbehälter aus dem französischen La Hague zurücknehmen.

Derweil   hat das Kieler Umweltministerium eine weitere Voraussetzung dafür geschaffen, dass auch das bereits abgeschaltete Kernkraftwerk Brunsbüttel abgerissen werden kann. Es sei grundsätzlich genehmigungsfähig, dort auf dem Gelände ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu errichten. Betreiber Vattenfall könne mit dem Bau beginnen, hieß es gestern. Das Abfall-Lager soll aus einer 116 Meter langen, 48 Meter breiten und 16 Meter hohen Halle bestehen.

wh

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