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Auf Helgoland bleibt der Kaminofen an

Helgoland Auf Helgoland bleibt der Kaminofen an

Insulaner stimmen fürs Heizen mit Holz – Umweltministerium: geringe Feinstaubbelastung im Land.

Helgoland. Wenn es draußen bitterkalt und ungemütlich ist, möchte man es drinnen behaglich haben. Ein Kamin spendet da für die einen wohlige Wärme, bei anderen sorgt er indes für dicke Luft. Auf Helgoland musste am Sonntag gar ein Bürgerentscheid die Frage klären, ob die Insulaner mit Kaminöfen heizen dürfen. Am Ende sprachen sich 54,25 Prozent dafür aus.

Weil die Insel bis 2020 CO2-neutral sein soll, hat die Gemeindevertretung die Nutzung von Kaminen 2014 verboten und den Betreibern eine Übergangszeit bis Juli 2016 eingeräumt.

Dagegen setzten sich die Ofennutzer zur Wehr. Ein Verbot sei ein unrechtmäßiger Eingriff in ihre Lebens- und Wohnqualität.

Für die Kamin-Gegner verpesten die etwa 80 Öfen auf der Insel hingegen das Klima. Sie sehen den Gesundheitstourismus in Gefahr. An der Abstimmung beteiligten sich 678 Helgoländer, 51,3 Prozent der Berechtigten.

„Die 80 Öfen sind für mich unerheblich“, kommentiert Hans-Jörg Borgwardt, Landesinnungsmeister der Schornsteinfeger, die Debatte. „Da hat sich etwas hochgeschaukelt.“ Er ist sich sicher: „Es gibt keinen Grund, Holz nicht zu verheizen. Es ist ein raucharmer Brenn- und nachwachsender Rohstoff.“ In Schleswig-Holstein gebe es etwa 300000 „Einzelraumfeuerstätten“, in Deutschland rund elf Millionen.

Immer wieder gibt es Beschwerden von Nachbarn – Geruchsbelästigung. „Das sind Einzelfälle“, so Borgwardt. Meist werde falsch geheizt. Der Hauptgrund: zu nasses Holz. Aber auch zu langsames Verbrennen kann ein Grund sein. Es entstehe eine starke Rauchsäule.

Gerade alte Öfen stoßen viele Schadstoffe aus. Daher sieht die Bundesimmissionsschutzverordnung vor, nach und nach alte Modelle aus dem Verkehr zu ziehen. Ende 2017 steht ein neuer Stichtag an. Bis dahin müssen Öfen, die bis zum Jahr 1984 gebaut wurden, mit einem Spezialfilter nachgerüstet oder stillgelegt werden, falls sie die Grenzwerte überschreiten. Es ist der Versuch, die allgemeine Umweltbelastung zu reduzieren.

„Holzöfen sind keine saubere Antwort auf den Klimawandel“, sagt Tobias Langguth, Naturschutzreferent des BUND-Landesverbands. Denn durch die Verbrennung würden kleine Aschepartikel als Feinstaub aufgewirbelt, die zusätzlich Wärme in der Atmosphäre hielten. Zudem werde das im Holz gebundene CO2 freigesetzt. „Holz ist keineswegs klimaneutral.“

Das Kieler Umweltministerium erklärt, dass insbesondere Altanlagen für hohe Feinstaubbelastungen verantwortlich seien. Bei gut betriebenen, emissionsarmen Holzfeuerungen überwiegen jedoch die Vorteile für den Klimaschutz. „Die Feinstaubbelastung in Schleswig- Holstein ist gering.“

jad

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