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Ausgezeichnete Innovation und mehr Komfort für Mieter

Dorf Mecklenburg Ausgezeichnete Innovation und mehr Komfort für Mieter

In Dorf Mecklenburg wurden deutschlandweit erstmals nachträglich Fahrstühle in zwei Wohnblöcke eingebaut / Das System hat die Zurow Bau GmbH zum Patent angemeldet.

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Innovation in Dorf Mecklenburg: Vorn der angebaute Treppenaufgang, um im Haus Platz für den Fahrstuhl zu schaffen. Dahinter die klassische Variante mit einem außen angesetzten Fahrstuhl. Fotos (4): Sylvia Kartheuser

Dorf Mecklenburg. Geht nicht, gibt‘s für Thorsten Fichtler, Geschäftsführer der Zurow Bau GmbH, nicht. Allen Widerständen zum Trotz haben er und seine Mitarbeiter es in Dorf Mecklenburg geschafft, in zwei bestehende fünfgeschossige Wohnblöcke Fahrstühle nicht an-, sondern einzubauen. Um Platz für den Fahrstuhlschacht zu schaffen, wurde statt des Aufzugs der Treppenaufgang in einen Anbau verlegt. Und die Mieter mussten während der Bauphase nicht ausziehen.

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Auf Jungfernfahrt: Staatssekretär Stefan Rudolph (l.) und Zurow Bau-Geschäftsführer Thorsten Fichtler in einem der nachträglich eingebauten Fahrstühle.

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Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern, zeigte sich beeindruckt. „Mit dem innen liegenden Aufzugssystem haben Sie ein innovatives Alleinstellungsmerkmal ,Made in MV‘ geschaffen“, lobte er. Und er bestätigte, dass es in Deutschland keine andere Firma gibt, die diese Art von Nachrüstungen vornimmt. Thorsten Fichtler lächelte: „Darum lassen wir das System auch patentrechtlich schützen.“

Die Vorteile gegenüber Aufzügen, die auf die klassische Weise nachträglich außen an Gebäude gesetzt werden, haben die zahlreichen Besucher bei der „Jungfernfahrt“ der Fahrstühle selbst gesehen.

„Außen angesetzte Aufzüge haben zum Beispiel den Nachteil, dass sie aus technischen Gründen das Kellergeschoss nicht einbeziehen können“, erklärte Thorsten Fichtler. Zudem könnten nur die Treppenabsätze zwischen den einzelnen Geschossen angefahren werden — auch das sei technisch begründet. In beiden Fällen müssten die Mieter trotz Fahrstuhls immer noch ein paar Stufen steigen.

Diese Nachteile gibt es bei den eingebauten Aufzügen nicht. Sie fahren bis in den Keller und in jedes Stockwerk. Einen weiteren Vorteil entdeckte Stefan Rudolph bei einer Probefahrt: „Bei diesen Fahrstühlen steigen die Mieter an der einen Seite ein und in ihrem Stockwerk auf der anderen Seite aus. Sie müssen sich nicht in der Kabine umdrehen.“ Das sei für Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren oder Rollstuhlfahrer eine wesentliche Erleichterung, urteilte der Staatssekretär.

Vier Häuser hat die Wohnungsgesellschaft Dorf Mecklenburg in den vergangenen zwei Jahren mit Aufzügen ausstatten lassen. Zwei in der klassischen Weise mit außen liegenden Schächten im vergangenen Jahr und in diesem zwei in der neuen Technik. Für sie hat die Zurow Bau GmbH jüngst den Innovationspreis erhalten, den die Handwerkskammer Schwerin mit dem Wirtschaftsministerium und der Volks- und Raiffeisenbank jährlich auslobt. Wolfgang Lüdtke, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Dorf Mecklenburg, hob hervor, wie reibungslos alle Arbeiten gelaufen sind. „Das war über zwei Jahre meine Wohlfühlbaustelle“, sagte er. Und er attestierte den Bewohnern: „Wir haben hier die besten Mieter der nördlichen Halbkugel. Ohne zu murren haben sie die ganzen Bauarbeiten mit durchgestanden.“ Die vier Häuser in der Mecklenburger Straße werden vorläufig die einzigen mit Fahrstühlen bleiben. „Eine so kleine Wohnungsgesellschaft wir unsere kann nicht jedes Jahr 800000

Euro stemmen“, sagte Wolfgang Lüdtke. Und setzte hinzu: „Obwohl Dorf Mecklenburg der Ort sei, der dem ganzen Land seinen Namen gegeben hat, habe es keine Fördermittel für die Aufzüge gegeben.“

Stefan Rudolph nahm die Kritik an. Das Geld aus dem Landesprogramm „Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen“ sei vorrangig an Umbauten in Unter-, Mittel- und Oberzentren gegangen. „Und da gehört Dorf Mecklenburg nun mal leider nicht dazu.“ Er hoffe, dass der Landtag den Haushalt diese Woche unverändert verabschiede. „Denn dann haben wir für dieses Förderprogramm für 2016 und 2017 jeweils vier Millionen Euro im Topf.“ Stefan Rudolph sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass künftig auch kleinere Kommunen bedacht werden. „Wir werden daran arbeiten“, betonte er.

Besonderheiten auf einen Blick
Der Aufzug wird ins bestehende Treppenhaus integriert, alle Etagen und auch das Kellergeschoss sind direkt erreichbar. Ein neues Treppenhaus wird als Modul ans Gebäude angebaut.
Der Umbau erfolgt, ohne dass die Mieter ausziehen müssen. Ihre Wohnungen bleiben unberührt.
Die Kosten für einen eingebauten Fahrstuhl liegen nach Angaben von Wolfgang Lüdtke, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Dorf Mecklenburg, bei 250000 Euro. Ein außen angesetzter Aufzug kostet etwa 190000 Euro.
Im Firmenverbund Krassow haben sich 1990 die Zurow Bau GmbH, die HKF Haustechnik GmbH und die Firma M+S Metallbau & Sanierung zusammengeschlossen. Die Unternehmen haben zusammen 130 Mitarbeiter.

Sylvia Kartheuser

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