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Auslieferung bestätigt: Für Kim Dotcom wird‘s eng

Wellington Auslieferung bestätigt: Für Kim Dotcom wird‘s eng

Wegen Urheberrechtsverletzungen in großem Stil droht dem gebürtigen Kieler in den USA eine lange Haftstrafe.

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Kim Dotcom (41): Für manche Held, für andere Gauner.

Quelle: AFP

Wellington. . Der umstrittene Internet-Unternehmer Kim Dotcom (41) hat die erste Runde in seinem Kampf gegen eine Auslieferung an die USA verloren, wehrt sich aber weiter. Ein Gericht in Neuseeland entschied gestern, dass der 1974 in Kiel als Kim Schmitz geborene Dotcom zusammen mit drei weiteren Angeklagten ausgeliefert werden kann.

US-Staatsanwälte werfen ihnen Urheberrechtsverletzungen in großem Stil bei der Online-Speicherplattform Megaupload vor, mit der der 41-Jährige ein Millionenvermögen anhäufte. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lange Haftstrafe.

Dotcoms amerikanischer Anwalt Ira Rothken kündigte umgehend eine Berufung an. Gegen die Entscheidung von Richter Nevin Dawson, der von einer „erdrückenden Beweislast“ gegen die Beschuldigten sprach, können innerhalb von 15 Tagen Rechtsmittel eingelegt werden. Am Ende entscheidet die neuseeländische Justizministerin Amy Adams, die erst den Ausgang der Berufung abwarten will.

Über Megaupload waren laut den Vorwürfen der US-Ankläger massenhaft illegale Kopien von Filmen und Musik verbreitet worden. In der Anklage wurden Auszüge aus E-Mails veröffentlicht, die belegen sollen, dass Dotcom und andere Manager von Megaupload von den Copyright-Verletzungen gewusst und die Nutzer sogar dazu animiert hätten. Megaupload verdiente Geld mit Werbung, aber auch mit Gebühren für schnellere Datenübertragung. Dotcom hatte US-Ermittlern zufolge 2010 ein Einkommen von 48 Millionen Dollar. Er weist die Vorwürfe zurück — er habe nur eine Plattform betrieben und keine Kontrolle darüber gehabt, was Nutzer speicherten. Bei Twitter bezeichnete Dotcom den Richterspruch gestern als „schwach und eigentlich ein Weihnachtsgeschenk“.

Die erste Entscheidung über die Auslieferung kommt fast vier Jahre nach der aufsehenerregenden Razzia auf Dotcoms Anwesen. Er war vorläufig festgenommen worden. Später wurde d ie Razzia jedoch für unrechtmäßig erklärt. Dotcom bekam in dieser Zeit Zugriff auf einen Teil seines Geldes, startete die neue Daten-Plattform Mega.

Vor kurzem zog der 41-jährige Dotcom mit seinen Kindern nach eigenen Angaben aus dem Anwesen auf eine Jacht, die er sein „Piratenschiff“ nennt. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner wurde unter seinem ursprünglichen Namen Kim Schmitz in der deutschen Hackerszene bekannt, bevor er ihn offiziell in Dotcom ändern ließ.

Bescheiden gab sich der Kieler jedoch nie, stellte im Netz gern sein Leben als Internet-Millionär mit allerhand Männerspielzeug zur Schau. In seiner „Dotcom Mansion“ nahe Auckland in Neuseeland hatte er sein privates Tonstudio, einen Videospielraum, eine lebensgroße Plastik-Giraffe und eine Autosammlung.

In Kiel erlebte Dotcom eine harte Kindheit, wie er in seiner Biografie berichtete. „Mein Vater ist Alkoholiker, und er hat mich und meine Mutter manchmal krankenhausreif geschlagen“, wurde er in dem Buch zitiert. Als er sechs Jahre alt war, zog er mit seiner finnischen Mutter aus. Kim besuchte die Hauptschule, interessierte sich aber vor allem für Computer. Der Jungunternehmer gründete verschiedene Computerfirmen und hinterließ einige unglückliche Investoren. Wegen seiner Geschäfte geriet er ins Visier deutscher Ermittler. Er sei fertig mit Deutschland, sagte er damals.

LN

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