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Autonomes Fahren: Ostholstein als Vorreiter

Eutin Autonomes Fahren: Ostholstein als Vorreiter

Computergesteuerte Busse sollen ländliche Bereiche erschließen – Kreis wird wegen der vielen Touristen zur Modellregion.

Eutin/Kiel. Der Kreis Ostholstein soll schon 2018 zur bundesweit ersten Modellregion für autonom fahrende Busse im ländlichen Raum werden. Das haben sich Landesregierung und Kreisverwaltung jetzt vorgenommen, heißt es aus dem Landesverkehrsministerium. Der Kreis sei dafür nicht zuletzt auch wegen der vielen Touristen, die den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen sollen, besonders geeignet.

350000 Euro EU-Fördergeld hat Kiels SPD-Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele gestern der Beratungsfirma „EurA“ zugesagt. Sie soll bis 2018 Wissenschaftler, Bushersteller und Nahverkehrsplaner an einen Tisch holen und weiteres Fördergeld von Bund und EU einwerben. „Das Land wird für die Vorbereitung der Infrastruktur sorgen, zum Beispiel für die entsprechenden Fahrbahnmarkierungen und die Kommunikationstechnik“, sagt Nägele. Außerdem werde man mit dem Bundesverkehrsministerium rechtliche Rahmenbedingungen klären, zum Beispiel, wer bei Unfällen hafte.

Bislang ist voll autonomes Fahren in Deutschland nur im Rahmen von Modellprojekten möglich, auf einem Abschnitt auf der A 9 bei München zum Beispiel oder im Berliner Stadtverkehr. „Wir in Schleswig-Holstein wollen etwas ganz anderes: Wir wollen autonomen ÖPNV auf dem flachen Land möglich machen“, sagt Nägele. Die Idee: Wer in einem Dorf lebt und einen Zubringerbus benötigt, ruft sich so ein autonomes Fahrzeug nach Hause und lässt sich von ihm bequem zum nächsten Bus-Knotenpunkt oder Bahnhof fahren.

Eine solche Aufgabenstellung sei noch einmal um einiges herausfordernder, als ein Fahrzeug nur auf der Autobahn oder in einer Stadt zu bewegen, sagt auch der Ingenieur und „EurA“-Projektleiter Ralph E. Hirschberger. Die Fahrzeuge müssten bis zu 100 Kilometer pro Stunde schnell fahren und auf engen Gemeindestraßen zum Beispiel auch mal einem Treckergespann mit Überbreite ausweichen können.

„EurA“-Vorstand Harald Eifert betont, dass das Projekt auch Chancen für Firmen im Norden eröffnen werde. So gebe es in Ahrensburg einen Marktführer für bildgebende Verfahren. Mit seiner Technik könnten zum Beispiel die Spiegel, die in manchen Dörfern an schlecht einsehbaren Kreuzungen stehen, durch Kameras ersetzt werden. Während autonom fahrende Fahrzeuge mit der Erfassung der Spiegelbilder Schwierigkeiten hätten, könnten sie Kamera-Informationen über herannahende Verkehrsteilnehmer verarbeiten.

Die Uni Lübeck zum Beispiel könnte mit ihrer Forschung zur Erkennung der Gefühle Mitfahrender beteiligt werden. Denn das, so Nägele, sei eine weitere Aufgabe, die im Zuge des Projekts erledigt werden müsse: Die Bürger zu informieren und sie dazu zu bringen, die autonom fahrenden Busse auch zu benutzen.

W.Hammer

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