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Azubi gestorben: Chefs verurteilt

Osnabrück Azubi gestorben: Chefs verurteilt

Weil eine Lichtschranke aus Kostengründen ausgebaut wurde, kam ein 19-Jähriger ums Leben.

Osnabrück. Wegen des tödlichen Arbeitsunfalls eines Auszubildenden hat das Osnabrücker Landgericht gestern zwei Geschäftsführer einer Glasfirma aus Dörpen zu jeweils sechs Monate Haft auf Bewährung und einer Geldauflage von jeweils 100 000 Euro verurteilt. Sie hätten sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, stellte der Vorsitzende Richter Dieter Temming fest. Das gelte ebenso für den Produktions- und den Ausbildungsleiter: Beide wurden zu Geldstrafen verurteilt, der Ausbildungsleiter allerdings nur unter Vorbehalt.

Im Juli 2010 war der 19 Jahre alte Auszubildende bei Arbeiten an einer Schleifmaschine von dem Gerät erfasst und tödlich verletzt worden. Bei der Maschine war eine Sicherheitsvorrichtung abmontiert worden. „Eine Lichtschranke hätte dieses Geschehen mit Sicherheit verhindert“, so Temming.

Für den Ausbau dieser Sicherheitsvorkehrungen seien vor allem die Geschäftsführer verantwortlich gewesen, auch wenn sie diesen Vorwurf während der Verhandlung bestritten hätten. „Sie waren redlich bemüht, eine Verantwortung und eigene Beteiligung von sich zu schieben“, kritisierte der Vorsitzende Richter die Angeklagten. Das Motiv seien Kostenüberlegungen gewesen, denn die Werkstücke — hochwertige Glasprodukte — seien nicht mehr zu gebrauchen gewesen, wenn die Sicherheitsabschaltung den Schleifprozess unterbrochen hätte.

Auch die übrigen Verantwortlichen in der Firma hätten von der ausgebauten Sicherheitseinrichtung gewusst. Ein Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamtes wurde wegen versuchter Strafvereitelung ebenfalls zu einer Geldstrafe verurteilt. Er habe nach dem Unfall den Geschäftsführern geholfen, zu vertuschen, dass die Lichtschranke ausgebaut worden war und bei der Berufsgenossenschaft und der Polizei falsche Angaben gemacht, sagte Temming.

Die Anwältin eines der verurteilten Geschäftsführer kündigte an, in die Revision zu gehen.

LN

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