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Wirtschaft im Norden Bahn: 160 Millionen Euro für Sanierung der Sylt-Strecke
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Bahn: 160 Millionen Euro für Sanierung der Sylt-Strecke
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16:52 12.07.2018
Ein Zug der DB Regio fährt über den Hindenburgdamm zwischen Sylt und Niebüll. Quelle: Carsten Rehder/archiv
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Kiel

Wegen der Dauerprobleme auf der Sylt-Strecke will die Deutsche Bahn 160 Millionen Euro in die Modernisierung der sogenannten Marschbahn investieren. „Damit ermöglichen wir einen stabilen Zugverkehr für Inselbewohner, Pendler und Touristen“, sagte der Vorstand Produktion der DB Netz AG, Volker Hentschel, am Donnerstag bei der Vorstellung der Sanierungspläne in Kiel. Die Bahn erhöhe das ursprünglich geplante Investitionsvolumen von 90 Millionen Euro um rund 70 Millionen Euro.

Bis 2022 will die Bahn für 140 Millionen Euro rund 200 Kilometer Gleise und mehr als 30 Weichen auf der Strecke Hamburg-Sylt erneuern lassen. Weitere 20 Millionen Euro investiert das Unternehmen in Bahnübergänge, Signaltechnik und Brücken. Insgesamt acht Bahnübergänge werden modernisiert. Zudem soll das elektronische Stellwerk Westerland bis 2025 für 41 Millionen Euro ausgebaut werden.

Verkehrsminister Buchholz begrüßt Pläne

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz begrüßte die Pläne. „Das ist ein ordentlicher Schluck aus der Pulle und ein gutes Signal für die Region“, sagte der FDP-Politiker. „Die Höhe der geplanten Investitionen zeigt aber auch, wie notwendig es ist, endlich Geld in die Sanierung der Marschbahnstrecke zu stecken.“

Wegen der Probleme auf der Strecke Hamburg-Sylt kündigte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla Ende Juni einen Sanierungsplan an. „Unser Ziel muss es sein, einen stabilen Zugverkehr für die Bewohner der Insel Sylt sowie Pendler und Touristen sicherzustellen“, sagte Pofalla nach einem Treffen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Land zahlte weniger Trassengeld

Unmittelbar zuvor ging Landesverkehrsminister Bernd Buchholz mit der Deutschen Bahn hart ins Gericht. Die Schieneninfrastruktur in Schleswig-Holstein sei 20 Jahre lang vernachlässigt worden. Die Bahn habe ihr Netz verschludern lassen: Unterspülte Gleise, kaputte Weichen, daraus resultierende Zugausfälle. „Wer so schlechte Leistungen abliefert wie die DB Regio, muss damit rechnen, dass ich Geld einbehalte – und zwar sofort“, erklärte Buchholz.

Der Verkehrsminister reagierte mit einem Sonder-Malus: Im Februar, März und April wurden der Bahn 350.000 Euro abgezogen. Als sich die Situation im Mai weiter verschlechterte, waren es 500.000 Euro. Das monatliche Trassenentgelt des Landes an die DB Regio liegt bei 3,5 Millionen Euro. Buchholz: „Die Bahn muss verstehen, dass wir hier Druck aufbauen.“

dpa/LN

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