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Bahn will mit Deutschlandtakt die Reisezeiten verkürzen

Berlin Bahn will mit Deutschlandtakt die Reisezeiten verkürzen

Umsteigen soll schneller gehen. ICE verkürzen Fahrzeit nach Kopenhagen auf zwei Stunden.

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In Lübeck sollen die Züge aus dem Süden um Viertel vor und Viertel nach ankommen beziehungsweise abfahren.

Berlin. Es klingt noch wie Zukunftsmusik, dennoch werden jetzt die Weichen gestellt. Mit der Einführung des so genannten Deutschlandtakts bei der Bahn sollen Verbindungen optimal aufeinander abgestimmt und lange Wartezeiten auf den Anschlusszug vermieden werden. In dem gestern von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) vorgestellten Plänen für den Integrierten Taktfahrplan (ITF), wie es Bahntechnisch heißt, spielen die beiden Knotenpunkte Kiel und Lübeck eine große Rolle. Am Kieler Hauptbahnhof etwa sollen jeweils zur halben Stunde die Züge im Fern- und Regionalverkehr ankommen und abfahren. Für Lübeck plant das Verkehrsministerium jeweils um Viertel nach und Viertel vor die Ankunft der Züge aus dem Süden beziehungsweise die Abfahrt dorthin. Der Bahnverkehr, nicht nur im Norden, sondern in ganz Deutschland soll nach dem Vorbild der Schweizer Bahn bis 2030 durchgetaktet werden.

Und dafür werden in den nächsten Jahren mit einem Milliarden-Investitionsprogramm die Voraussetzungen geschaffen. Morgen etwa beschließt der Bundestag die Ausbaugesetze zum Bundesverkehrswegeplan/Schiene. „Die Planung der Schienenwege werden wir am Ziel eines Deutschland-Takts mit bundesweit aufeinander abgestimmten Anschlüssen ausrichten“, hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag 2013 festgeschrieben. Überaus anspruchsvoll ist diese Aufgabe vor allem deshalb, weil in Deutschland auf ein und derselben Trasse mal ein rasend schneller ICE, mal ein etwas langsamerer Intercity, mal ein Regionalzug mit Tempo 140, mal ein Güterzug mit 100 Stundenkilometern fährt. Das macht einen abgestimmten Takt extrem schwierig.

Die Bahn-Experten des Berliner Ministeriums sind zudem optimistisch, dass ab 2030 eine Fahrt von Lübeck nach Kopenhagen nur noch 120 Minuten dauern wird – statt derzeit über vier Stunden. Von Hamburg in die dänische Hauptstadt eine halbe Stunde mehr. Voraussetzung ist natürlich, dass bis dahin die Strecke zum Fehmarnbelttunnel auf schleswig-holsteinischer Seite zur Hochgeschwindigkeitsstrecke bis Tempo 200 ausgebaut worden ist. Die dänische Bahn, die sich in den deutschen Bahntakt einbinden will, plant ohnehin auf dänischer Seite Tempo 250. Der CDU-Verkehrspolitiker Gero Storjohann geht sogar vom Jahr 2028 aus. Mit einer solch kurzen Fahrzeit nach Kopenhagen würde die Bahn zu einer attraktiven Alternative zum Flugzeug. Die Grünen-Verkehrsexpertin Valeri Wilms dagegen meint: „Das bringt der Bahn keine neuen Fahrgäste. Tempo 200 wird auf der Strecke nur erforderlich sein, wenn der Tunnel kommt. Ich habe aber sehr große Zweifel, ob der wirklich kommt."

Reinhard Zweigler

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