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Bahnhof Bad Kleinen wird für 30 Millionen Euro umgebaut

Bad Kleinen Bahnhof Bad Kleinen wird für 30 Millionen Euro umgebaut

Im Herbst sollen die Arbeiten an dem Großprojekt beginnen / Kritik lösen vor allem die fehlenden Toiletten aus / Verfallene Gebäude werden nächstes Jahr abgerissen.

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So soll der Bahnhof in Bad Kleinen nach der Fertigstellung im Jahr 2018 aussehen: bunt und barrierefrei.

Bad Kleinen. Kundenfreundlich und barrierefrei soll er werden, der neue Bahnhof in Bad Kleinen. Die DB Netz AG will das Projekt, eines der größten der Region, bis Ende 2018 realisieren. Über 30 Millionen Euro wird der Umbau kosten. Rund 10 Millionen Euro sind für Bahnsteige, Fußgängerbrücke, Aufzüge und dergleichen kalkuliert. Weitere 20 Millionen Euro fließen in Anlagen wie Gleise und Weichen. „Das sind Bundes- und Landesmittel, also Steuergelder“, erklärt Projektleiter Andreas Kruse. „Damit müssen wir sparsam umgehen.“

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Bisher ist der Bahnhof in Bad Kleinen alles andere als barrierefrei.

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Der Beschluss für den Bau ist noch nicht durch, die Kritik an den Plänen dafür schon laut. Hauptaufreger: die fehlende Toilette. Andreas Kruse erklärt: „Die Bahnhöfe werden in Kategorien von eins bis sieben eingeteilt.“ Bad Kleinen falle in die Kategorie vier, 2500 Personen pro Tag steigen dort ein und aus. „Für jede Kategorie ist vorgegeben, was realisiert werden muss. Ein Toilette zählt in diesem Fall nicht dazu“, sagt Kruse. Bei Kategorie drei übrigens auch nicht. „Natürlich kann ein WC gebaut werden. Dann aber mit gesonderter Finanzierung.“ Das Budget von DB Netz sei gedeckelt. Mehr als 70 000 Euro koste eine einfache Containerlösung — zuzüglich der laufenden Kosten.

Für die Kritiker nicht zufriedenstellend. Viele Reisende steigen in Bad Kleinen um, bei Verspätungen gebe es unfreiwillige Wartezeiten. „Langfristig wird der Verkehrsknoten Bad Kleinen sowieso immer mehr nach Schwerin verlagert“, erklärt Torsten Habicht von DB Netz. „Dadurch wird das Umsteigen in Bad Kleinen kaum noch ein Thema sein.“ Zu DDR-Zeiten sei Bad Kleinen zwar ein riesiger Bahnhof gewesen, doch das sei vorbei.

Eine mögliche Lösung für das Klo-Problem: Die Gemeinde übernimmt den Bahnhofsvorplatz und stellt dort ein WC auf. „Das wir dann aber bezahlen müssten“, merkt Bürgermeister Joachim Wölm (Die Linke) kritisch an. Ob die Gemeinde den Vorplatz übernehme, sei noch nicht entschieden. „Wenn, dann erst nach dem Umbau“, so Wölm. „Davor sind auf jeden Fall noch Nachverhandlungen nötig.“ Generell laufe die Zusammenarbeit mit DB Netz gut. „Natürlich gibt es Reibereien, doch wir versuchen stets einen Konsens zu finden“, berichtet Wölm.

Habicht beteuert, die Öffentlichkeit stets in den Planungsprozess mit einzubeziehen. „Vor einem Jahr gab es eine Infoveranstaltung, bei der wir viele Anregungen sammeln konnten“, erzählt Habicht. Unter anderem, dass am Bahnhof stets der Wind pfeift. „Deshalb wird die Fußgängerbrücke komplett verglast“, erklärt Brigitte Petzold, die für den Bereich Station und Service zuständig ist.

„Die Gleise werden über eine Länge von 30 Metern überdacht und es wird Wetterschutzhäuser geben.“ Generell sei mit der Fußgängerbrücke — die knapp 70 Meter lang und mit einer bunten Glasfassade gestaltet werden soll — eine optimale Lösung gefunden worden. „So wird der Bahnhof endlich barrierefrei“, erklärt Brigitte Petzold.

Die ehemaligen Bahnhofsgebäude, die auf der Inselfläche zwischen den Gleisen stehen, sollen abgerissen werden. „Sie haben schlichtweg keinen wirtschaftlichen Nutzen und befinden sich in einem katastrophalen Zustand“, sagt Habicht. Das Amt für Denkmalpflege habe den Abriss genehmigt. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten geprüft, um einen Zugang zu den Gebäuden zu schaffen“, so Habicht weiter. „Das wären 20 Millionen Euro extra, für Gebäude, die offensichtlich keiner nutzen möchte.“

Während der Bauarbeiten soll der Zugverkehr weiterlaufen. „Dafür wird der Bahnhof geteilt“, so Kruse. Erst werde an der Seeseite gebaut, dann an der Ortsseite. Er sei sich bewusst, dass die Baumaßnahmen zur Belastung für die Bürger werden können. „In den zwei Jahren wird kein Stein mehr auf dem anderen stehen.“ Die Anwohner sollen ausreichend informiert werden und bei Nachtarbeiten eine Möglichkeit zur Übernachtung im Hotel bekommen.

Klo? Kiosk? Warteraum?
Besonders bemängelt an den Bauplänen wird, dass es keine WC-Anlagen, keinen beheizten Warteraum und keinen Kiosk geben soll. „Eine Toilette ist bei der großen Zahl an Fahrgästen dringend notwendig“, fordert Kevin Nehls, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Auch der Behindertenverband hat „massive Bedenken“, sagt Wolfgang Itter vom Behindertenbeirat des Landkreises. „Wir alle wissen, wie oft es zu Verspätungen im Zugverkehr und somit zu erheblichen Wartezeiten kommt.“ Auch ein Kiosk und ein beheizter Warteraum — besonders für die Wintermonate — sei mehr als wünschenswert. Zudem wünsche sich der Verband einen taktilen Streifen für Menschen mit Sehschwäche zwischen Bahnhofsausgang und Bushaltestelle.

Vanessa Kopp

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