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Wirtschaft im Norden Bald einheitlicher Tarif für Busse und Bahnen im Norden
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21:16 26.01.2017
Der Personennahverkehr soll moderner und besser werden. Der Landtag stellt dafür Extra-Geld bereit. Quelle: Foto: Malzahn

Schleswig-Holsteins Landtag hat den Weg für eine Modernisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs geebnet. SPD, Grüne und SSW beschlossen in erster Lesung, ein bis zu 20 Millionen Euro großes Sondervermögen in den Haushalt einzustellen. Darin sollen Bundes-Gelder für den ÖPNV, die „Regionalisierungsmittel“, gebündelt und in Schienen- und Bus-Projekte gepumpt werden. Das erste: Ein Semesterticket für Studenten, das auch in Hamburg gilt.

30 Millionen Euro zahlt Berlin dem Land künftig pro Jahr zusätzlich, 470 Millionen Euro bis 2030. „Sie geben uns die Möglichkeit, ein passgenaues, modernes Nahverkehrsangebot zu schaffen“, sagt SPD-Verkehrsminister Reinhard Meyer. Über das Semesterticket beraten gerade die Verkehrsunternehmen und Studentenvertretungen. 2018 soll es eingeführt werden. Jeder Student muss es am Semesteranfang kaufen, es soll aber nicht mehr als 100 Euro kosten. Bislang galten Studententickets nur rund um den Hochschulstandort. Außerdem soll es ab 2018 ein einheitliches Tarifsystem in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nord-Niedersachsen geben. Die Verhandlungen liefen bereits. Derzeit gebe es im Land 1312 verschiedene Tickets, ein undurchschaubarer Dschungel, sagte der Grünen- Verkehrspolitiker Andreas Tietze. Seine Partei würde das einheitliche Tarifsystem am liebsten sogar zum Bürgerticket weiterentwickeln. Jeder Bürger müsste dann 99 Euro im Jahr zahlen, dürfte dafür aber alle Verkehrsmittel des ÖPNV ohne Fahrschein nutzen.

Noch 2017 soll zudem mit der Anschaffung von Akku-betriebenen Zügen für die nicht elektrifizierten Bahnstrecken im Land begonnen werden, zunächst im Netz Ost rund um Lübeck. „Wir werden in den Ausschreibungen den Einsatz solcher Züge festschreiben“, sagt Meyer. Hintergrund: Während deutschlandweit 60 Prozent der Strecken über eine Oberleitung verfügen, sind es im Norden nur 30 Prozent. Man müsse aber nicht auf den Bau teurer Oberleitungen warten, heißt es. Die Akku-Züge könnten in den Bahnhöfen aufgeladen werden. Die Dieselloks, die zum Beispiel auch auf der Marschenbahn von Hamburg nach Sylt unterwegs sind, würden pro Jahr derzeit noch 28 Millionen Liter Diesel verbrennen, während sich nebenan Windräder drehen, sagt Tietze. Das sei widersinnig und komme das Land wegen des hohen Dieselpreises auch noch teuer zu stehen.

Auch neue Bahnlinien sind geplant, zwischen Wrist und Kellinghusen zum Beispiel. Geesthacht soll ebenfalls ans Bahnnetz angeschlossen werden. Papierlose Tickets, die übers Handy herunterladbar sind, und Wlan in allen Nahverkehrszügen sind ebenfalls vorgesehen. Auch die Busverbindungen sollen verbessert werden. Die Kreise bekommen dazu fünf Millionen Euro extra.

Die CDU unterstützt die Pläne weitgehend. Man hätte die Initiative allerdings längst erwartet. „Sie haben aus rein wahltaktischen Gründen wichtige Entscheidungen für den ÖPNV um Monate verschleppt“, sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker Johannes Callsen. Christopher Vogt (FDP) kritisierte das geplante Sondervermögen als „Schattenhaushalt“.

In Schleswig-Holstein sind werktags rund 150000 Menschen mit dem Zug unterwegs. 190 Millionen Fahrgäste nutzen jährlich den Bus. Es gibt im Land 1170 Kilometer Gleise, 180 Bahnhöfe und 730 Buslinien mit 7500 Haltestellen.

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Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat die europäische Dimension des Fehmarnbelt- Tunnels hervorgehoben. Das Milliardenvorhaben gehöre zum Projekt „Connecting Europe“

und sei damit Teil einer Verkehrsachse von Skandinavien bis Sizilien, sagte Meyer gestern im Kieler Landtag. Dahinter stehe die große Idee, die europäischen Länder noch enger miteinander zu verbinden. Dies sei heute wichtiger denn je. „Es geht um nachhaltige Wertschöpfung durch das Zusammenrücken der Regionen und Wirtschaftsräume“, so Meyer. Er legte dem Parlament auf Initiative der FDP einen Bericht über den Planungsstand für Tunnel und Hinterlandanbindung in Deutschland vor. Angesichts von 12 600 Beschwerden hatte sich das Projekt weiter verzögert. Die Übergabe der vollständigen Erwiderungen habe der neue dänische Verkehrsminister Olesen für den 15. Februar zugesagt. Erst danach können die weiteren Schritte terminiert werden.

Über den Ausbau der Schienenstrecke werde sich Bahnchef Rüdiger Grube im Februar vor Ort umfassend informieren.

Wolfram Hammer

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