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Bauboom an der Ostseeküste: Urlaubsorte rüsten auf

Lübeck Bauboom an der Ostseeküste: Urlaubsorte rüsten auf

Die Badeorte im Norden bauen um: Mit zahlreichen Großprojekten will Schleswig-Holstein bei den Touristen eine größere und vor allem zahlungskräftige Kundschaft ansprechen, nachdem Mecklenburg-Vorpommern in diesem Segment kräftig vorgelegt hatte.

Modernes Ferienquartier: In Heiligenhafen entsteht derzeit das „Primus Strand Resort“. Die Vermietungen beginnen schon bald.

Quelle: Roeßler

Lübeck. Heiligenhafen wandelt erfolgreich auf den Spuren von Scharbeutz (beide Ostholstein), das vor vier Jahren mit der Dünenmeile ein neues Tourismus-Kapitel an der Küste aufgeschlagen hat. Jetzt steht Heiligenhafen vor dem Quantensprung. Nach Fertigstellung der Erlebnis-Seebrücke und Eröffnung des Hotels „Meereszeiten“ unmittelbar am Hafen stehen im kommenden Jahr die Eröffnung des Strand-Resorts und zweier weiterer Hotels an. Danach wird der Badeort ein neues Gesicht haben und endgültig aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht sein. Doch das sind 2016 nicht die einzigen Großinvestitionen, die die Tourismuskapazitäten an der Ostsee erweitern.

Es war nicht nur der amtierende Minister im Kieler Wirtschaftsministerium Reinhard Meyer (SPD), der jahrelang gebetsmühlenartig wiederholte, dass Schleswig-Holstein im Segment der gehobenen Urlauber-Unterkünfte einen Nachholbedarf habe. Seine Amtsvorgänger hatten bereits erkannt, dass es galt, gegenüber Mecklenburg-Vorpommern aufzuholen. Die Kieler Landesregierung war deshalb mit Fördergeldern nicht knauserig. Die Früchte sind inzwischen vielerorts zu sehen. Urlaubsorte streifen den Mief des vergangenen Jahrhunderts ab — nicht nur mit eleganten und zugleich naturnahen Strandpromenaden. Fast nebenbei wurde vielerorts etwas für den Küstenschutz getan — der Klimawandel lässt grüßen.

In Heiligenhafen haben die Verantwortlichen lange Jahre an der Zukunft gearbeitet. Jetzt ist die Rundum-Erneuerung da, zumindest fast. „Im Strand-Resort sollen die ersten 91 Ferienwohnungen und -Häuser ab März in die Vermietung gehen“, sagt Manfred Wohnrade, Geschäftsführer bei den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben. Die „Bretterbude“, das für jüngere Leute ausgelegte 81-Zimmer-Haus, eröffnet am 1. August. Das „Beach-Motel“ (115 Zimmer) soll zum Herbst/Winter in Betrieb gehen. Mit der Umgestaltung des Steinwarder-Südufers wird der vorläufig letzte Baustein des touristischen Masterplans umgesetzt.

Für das Projekt „Waterfront“ auf dem Priwall, mit dem Travemünde sein touristisches Gesicht verändert, ist der erste Spatenstich bereits gemacht. Privat-Investor Sven Hollesen schafft 1500 Urlauberbetten. 128 Millionen Euro will er rund um den Passathafen ausgeben. Das Land lässt sich nicht lumpen und gibt 5,7 Millionen Euro für eine Priwall-Promenade. Fertig wird das Ganze allerdings frühestens 2017. Der besagte Minister sprach vorab von einer „Perle an der Ostsee“.

Ein anderer Mann, der rund um Tourismus und Schifffahrt zu viel Geld gekommen ist, errichtet vis-à-vis ein weiteres Hotel seiner A-ja-Kette. Horst Rahe (Deutsche Seereederei, u.a. Louis C. Jacob in Hamburg) zieht auf dem ehemaligen Gelände des Freizeitbades Aqua Top ein Haus hoch (240 Zimmer, 35 Millionen Euro), das auch Gästen mit nicht so großem Portemonnaie unverbauten Meerblick bieten will.

In Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) ist er bereits mit einem A-ja am Start, seit Anfang 2015 auch in Grömitz (Ostholstein). Bis die ersten Gäste das „Volkshotel“ unweit der Travemünder Hafenmole beziehen, dauert es aber auch. Eröffnen will Rahe in rund zweieinhalb Jahren.

Grömitz stellt im Frühjahr die Ergebnisse von fünf Planungsbüros für den „Dünenpark“ vor. Auf dem ehemaligen Freibadgelände sollen auf 22000 Quadratmetern unter anderem In- und Outdoor-Freizeiteinrichtungen entstehen. Das Investitionsvolumen liegt bei zehn Millionen Euro. Auch in Scharbeutz-Haffkrug (Ostholstein) dauert der „Umbau“ des Badeorts an: Im Ortsteil Haffkrug zieht ein offiziell namentlich noch unbekannter Investor nach der Hochsaison unmittelbar am Strand ein Hotel mit 88 Zimmern hoch (15 Millionen Euro). Die Gemeinde baut ihre Parkplätze Pönitzer Chaussee und Hamburger Ring aus. Im benachbarten Timmendorfer Strand steht ab dem Frühjahr die Aufwertung des alten Kurparks zum „Strandpark“ an. Drei bis vier Millionen Euro soll das kosten. Ein Bürgerentscheid hat soeben den Weg für die „große Lösung“ freigemacht.

Weiter nördlich, am Ferienzentrum Weissenhäuser Strand (Ostholstein), plant die Gemeinde Wangels den Bau einer neuen Seebrücke. Zwei Millionen Euro soll sie maximal kosten, der Baubeginn ist noch unklar. Burgtiefe (Fehmarn) erhält am Yachthafen eine attraktivere Promenade.

Und sonst? . . . Schläft auch die Nordseeküste nicht. In Büsum sind die Verantwortlichen auf dem besten Weg, verlorenes Terrain wettzumachen. Dort eröffnet im Frühjahr mit dem „Seaside Motel“ ein Hotel der Kategorie vier-Sterne-plus. In St.-Peter-Ording, das sich nach einer Verjüngungskur wie aus dem Ei gepellt präsentiert, erweitert und modernisiert das Parkhotel, in Utersum das Hotel zur Post.

„Die ersten 91 Ferienwohnungen und -Häuser sollen ab März in die Vermietung gehen.“

Manfred Wohnrade, Geschäftsführer Heiligenhafener Verkehrsbetriebe

Curd Tönnemann

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Bauboom für den Tourismus
Von Oliver Vogt

Die Zeiten, in denen sich Touristen allein mit dem Strand und einem Zimmer in einer Pension zufrieden gaben, sind vorbei.

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