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Wirtschaft im Norden Andere Großprojekte in Europa
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21:03 06.10.2018
Die 7845 Meter lange Öresundbrücke verbindet die dänische Insel Seeland mit dem schwedischen Festland. Quelle: Marcus Brandt/dpa
Fehmarn

 Storebælt: Die 18 Kilometer lange Konstruktion aus zwei Brücken und einem Tunnel über den Großen Belt (Storebælt) verbindet Ost- und Westdänemark miteinander. Die Bauarbeiten starteten 1988, fertiggestellt wurde die Brücke zehn Jahre später im Jahr 1998. Die gesamten Baukosten des Querungsprojekts beliefen sich auf 21,4 Milliarden Dänische Kronen, umgerechnet 2,7 Milliarden Euro. Viele Dänen waren anfangs gegen den Bau, doch das ist vorbei. Vor der Brücken-Einweihung fuhren täglich rund 8000 Fahrzeuge zwischen Fünen und Seeland, heute sind es mehr als 30 000.

Eurotunnel: Der 1994 eingeweihte, 50 Kilometer lange Tunnel verbindet den europäischen Kontinent, genauer gesagt das französische Calais, mit Großbritannien. 1987 hatte der Bau begonnen. 15 Milliarden Euro kostete das Bauwerk im Ärmelkanal, ursprünglich sollte es die Hälfte sein. Mehrfach stand der Tunnelbetreiber wegen dieser hohen Kosten vor der Pleite, darunter litten auch Hunderttausende Kleinaktionäre. Nutzer des Tunnels sind hauptsächlich Briten, doch auch Berufspendler beider Seiten lassen sich unter dem Meeresspiegel mit dem Shuttle-Zug ins jeweilige Nachbarland fahren. Zuletzt kam der Eurotunnel vor allem mit dem Problem der illegalen Migration in die Schlagzeilen.

Öresundbrücke: Die 7845 Meter lange Öresundbrücke verbindet die dänische Insel Seeland mit dem schwedischen Festland. Nach vier Jahren Bauzeit wurde sie am 1. Juli 2000 fertiggestellt. Kosten: eine Milliarde Euro. Kritiker bemängelten damals diesen hohen Preis sowie die Auswirkungen auf die Umwelt. Etwa 20 000 Menschen pendeln heute täglich über den Öresund. Inzwischen ist die wirtschaftliche Bilanz positiv, die negativen Auswirkungen auf Dorsch und Hering sowie eine Seehundkolonie und Wasserpflanzen sollen sich nicht bewahrheitet haben.

Stuttgart 21: Das Projekt begann 1985 mit dem Plan, die Zugverbindung zwischen Stuttgart und Ulm zu verbessern, das wurde in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Die Idee wurde ausgebaut, neun Jahre später hieß das Projekt dann Stuttgart 21. Der Hauptbahnhof soll unterirdisch angelegt werden. Finanziert werden sollte das Ganze vor allem auch durch den Verkauf der Flächen, die überirdisch frei werden. Angedachte Kosten waren damals circa 2,46 Milliarden Euro. Zu Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2010 plante man schon mit vier Milliarden Euro. Im Jahr 2016 rechnete der Bundesrechnungshof mit bis zu zehn Milliarden. Begleitet wird Stuttgart 21 seit vielen Jahren von Demonstrationen, bei denen es teilweise Verletzte gab. Die Gegner zweifeln zum einen am Sinn des Projekts, zum anderen kritisieren sie die Auswirkungen auf die Umgebung und die Umwelt. Die Bauarbeiten dauern an.

Elbphilharmonie: Die Grundsteinlegung war am 2. April 2007. Eröffnet werden sollte das Konzerthaus ursprünglich 2010, daraus wurde der 11. Januar 2017. Die Kosten stiegen von 77 Millionen auf 789 Millionen Euro, was große Kritik einbrachte. Hoch gelobt wurde die Akustik des Hauses. Inzwischen gilt die „Elphi“ als ein Wahrzeichen Hamburgs.

bz

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