Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Bei Digitalisierung liegt Dänemark vorn
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Bei Digitalisierung liegt Dänemark vorn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 21.07.2018
„Wir wollen die Bürger mitnehmen und begeistern“, sagte Hansebelt-Vorsitzender Bernd Jorkisch. Quelle: Foto: Ulf-K. Neelsen
Lübeck

Bevor beim Belt-Cup, dem deutsch-dänischen Fußballturnier auf der Lohmühle, der erste Ball rollte, hatten im weißen Zelt neben dem Stadion Wirtschaftsexperten aus beiden Ländern das Wort. „Wie muss sich die Fehmarnbelt- Region gemeinsam aufstellen?“ lautete die Kernfrage der interessanten Talkrunde. Die Antwort: Indem jeder vom anderen lernt, da waren sich alle einig.

„Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger überzeugen und begeistern. Wir leben in einer Region, die voller Chancen ist. Die wollen wir ergreifen“, sagte Bernd Jorkisch, der Vorsitzende des Hansebelt-Vereins, zur Begrüßung vor den etwa 60 Zuhörern. Er schickte auch gleich den Slogan hinterher: „Hansebelt ist Zukunftswelt.“ Natürlich meinte er damit auch das in der Bevölkerung umstrittene Mammutprojekt, den Fehmarnbelttunnel. „Er ist das Bindeglied der Region zwischen den zwei Kraftzentren Hamburg und Kopenhagen/Malmö“, schwärmte Jorkisch.

Doch fürs Zusammenwachsen der Region ist vor allem die schnelle Digitalisierung wichtig, darauf machte Theo Weirich aufmerksam, der Geschäftsführer der wilhelm.tel GmbH. Das Unternehmen hat die Stadt Norderstedt flächendeckend mit Glasfasernetz versorgt, geht mittlerweile aber weit über die Stadtgrenzen hinaus und hat eine Million Kunden. „Wenn wir es schaffen, diese Struktur auf ganz Schleswig-Holstein auszudehnen, ist das eine Riesenentwicklung“, sagte Weirich. Das biete ein weites Feld für mittelständische Unternehmen in beiden Ländern.

Michael Fränkle, ein Deutscher in der Führung des Telekommunikationsunternehmens TDC Group in Kopenhagen, erklärte, Dänemark sei Deutschland in puncto Digitalisierung „um zehn Jahre voraus“. Er habe in Dänemark noch nie Geld in der Hand gehabt, Bezahlen laufe immer elektronisch. Auch in der Verkehrslenkung und dem Gesundheitssektor setze das Nachbarland auf intelligente Steuerungssysteme.

Fränkel: „Wir können voneinander lernen.“ Rainer Perau, Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer, unterstützte das: „Die digitalen Dänen zeigen uns, wie es geht.“ Kopenhagen entwickle sich phantastisch, und insgesamt „greifen in Dänemark die Dinge sehr gut ineinander“. Auch Perau erzählte, in Kopenhagen nie Bargeld bei sich zu haben – in Deutschland sei das immer noch ein Problem.

Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, glaubt, dass die Digitalisierung alte Geschäftsmodelle bedrohen könne. „Glasfaserausbau ist am wichtigsten, weil Unternehmen darauf angewiesen sind.“ Die Hansebelt-Region solle zu der Digitalisierungsregion im Norden werden, „und das geht nicht ohne die Politik“, die die wichtigen Weichen gestellt habe.

Wie sollten wir die gemeinsame Entwicklung fördern?, fragte Moderator Can Özren. „Wir sollten ein Team bilden, allein sind wir nicht stark genug“, regte Sven Heinsen von Ramboll Management Consulting an. „Für uns ist es wichtig, unsere Nachbarn kennenzulernen, nicht nur digital“, betonte Stig Rømer Winther, Direktor von Femernbelt Development. Dänemark, so sagte er, sei das am meisten digitalisierte Land in der öffentlichen Verwaltung. „Darauf sind wir stolz.“

Am Ende gab’s von Bernd Jorkisch für jeden der Diskutanten noch einen Fußball – und dann ging’s zum ersten Spiel ins Stadion.

Christian Risch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Hotelboom an der Küste geht weiter. Gleich zwei Neueröffnungen gab es in dieser Woche zu feiern: In Neustadt hat das Arborea Marina Resort die Tore geöffnet, auf dem Priwall wächst das Waterfront-Projekt – und gegenüber in Travemünde empfängt das Aja-Resort die ersten Gäste.

21.07.2018

Meyers Marktplatz: Der Blick auf die Börsenwoche.

21.07.2018

Rene Neumann (31) arbeitet auf dem Vorfeld des Lübecker Flughafens.

21.07.2018