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Beim Bezahlen bleibt Bares der Favorit

Lübeck Beim Bezahlen bleibt Bares der Favorit

Knapp die Hälfte der Deutschen nimmt am liebsten Scheine und Münzen. Einzelhandel fordert sichere Alternativen.

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Laden-Besitzerin Barbara Sommer freut sich über Kunden, die ihr Bargeld zücken. In ihrem Geschäft kann man erst ab einem Betrag von zehn Euro mit EC-Karte zahlen.

Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Lübeck/Berlin. Im „Lübeck Laden“ kaufen vor allem Touristen gern Mitbringsel aus der Hansestadt. Es gibt Postkarten, Tassen mit Lübeck-Motiven und natürlich Marzipan. Wer fündig geworden ist, zückt an der Kasse meist Scheine oder Münzen statt seiner EC-Karte. Darüber ist Barbara Sommer sehr froh. „Der überwiegende Teil der Kunden zahlt bar“, sagt die Laden-Inhaberin.

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Knapp die Hälfte der Deutschen nimmt am liebsten Scheine und Münzen. Einzelhandel fordert sichere Alternativen.

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Dass wohl nur Bares Wahres ist, zeigt eine Umfrage unter 1000 Bundesbürgern ab 18 Jahren des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Bankverbandes: Fast jeder zweite Deutsche zahlt seine Einkäufe am liebsten in bar, das sind 47 Prozent. Nur jeder Fünfte (22 Prozent) favorisiert zum Bezahlen die EC- oder Kreditkarte. Laut der Erhebung machen 15 Prozent der Befragten ihre Zahlungsweise von der Betragshöhe abhängig, und 16 Prozent haben keine besondere Vorliebe.

„Bargeld ist immer noch der Deutschen liebste Währung“, sagt Monika Dürrer, Geschäftsführerin des Einzelhandelverbandes Nord. Während in anderen Ländern wie in Amerika fast alles mit Karte bezahlt wird, setzen die Deutschen auf den Euro. „Der vertrauensvolle Umgang mit Bargeld ist historisch bedingt. Die D-Mark war eine starke Währung“, erklärt Dürrer. Fredi Wick zückt aus alter Gewohnheit die Scheine. „Ich zahle immer bar, da habe ich etwas in der Hand“, sagt der 86-Jährige. Auch Birgit Majonek finde das Bezahlen mit Bargeld angenehmer — vor allem, wenn sie in der Schlange im Supermarkt steht. „Wenn man bar bezahlt, geht‘s an der Kasse schneller“, so die 68-Jährige. Cent-Artikel mit der Karte zu begleichen, ist für viele unangenehm. „Man wird an der Kasse immer noch komisch angeguckt, wenn man kleine Beträge mit der EC-Karte bezahlt“, sagt auch Monika Dürrer.

Wenn Birgit Majonek „etwas Größeres“ kauft, dann zahlt sie auch mit der EC-Karte. Jana Tiedemann nutzt beide Zahlungsweisen. „Bei der Post oder beim Bäcker zahle ich bar, größere Beträge mit Karte“, so die 39-Jährige. Generell habe sie nie viel Bargeld dabei, weil sie es nicht bräuchte. Auch Julian Neumann ist meist ohne Bargeld unterwegs. „Ich bezahle fast nie in bar, mit der Karte ist es doch viel einfacher“, erklärt der 29-Jährige. Auch in Restaurants zückt er die EC-Karte. „Und wenn man nicht mit Karte zahlen kann, ist das super unangenehm“, meint Neumann, der im Bezahlen mit Smartphones die Zukunft sieht.

Die meisten trauen dem kontaktlosen Bezahlen allerdings nicht. „In keinem anderen Land wird die Sicherheit so viel diskutiert wie in Deutschland“, sagt Dürrer mit Blick auf den Datenschutz, den man laut Dürrer in Zeiten von Whatsapp sowieso nicht mehr steuern könne. Deshalb vertrauen die meisten Verbraucher auf Bares. Sie fordert eine sichere Alternative: „Unbare Zahlungsmittel müssen attraktiver gemacht werden.“

Bei Laden-Besitzerin Barbara Sommer kann erst ab einem Betrag von zehn Euro mit EC-Karte, ab 20 Euro mit Kreditkarte gezahlt werden. In Hochzeiten halte die Kartenzahlung nicht nur auf, sondern es seien auch Gebühren für sie fällig. „Wir haben ein Limit“, erklärt Sommer. Sie freut sich über Kunden, die ihr direkt die Münzen auf den Tisch legen, statt für kleine Beträge die Karte zu zücken.

„Wir sind schon gläsern genug.“

Von Beke Zill

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