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Beiträge sollen weiter steigen

Lübeck Beiträge sollen weiter steigen

Gesetzliche Krankenkassen sprechen schon von neuen Erhöhungen.

Lübeck/Berlin. Die Krankenkassen bauen schon mal vor: Auch in den kommenden Jahren sei mit weiter steigenden Zusatzbeiträgen zu rechnen, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dabei hatten viele Krankenkassen erst zu Jahresbeginn ihre Beiträge erhöht — um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte.

Und so soll es wohl weitergehen: „Das werden wir in den Folgejahren in ähnlichen Größenordnungen haben“, erklärte Pfeiffer jetzt im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Es ist damit zu rechnen, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden.“ Zurzeit liegt der Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent.

Die Techniker Krankenkasse (TK) in Schleswig-Holstein spricht von einem „durchaus realistischen Szenario“. „Grundsätzlich muss man sagen: Das, was jetzt genommen wird, wird nicht ausreichen“, meint auch Monika Hille, Sprecherin der Viactiv, die derzeit zu den teuersten Kassen gehört. Tom Ackermann, Vorstandschef der AOK Nordwest, der größten Kasse in Schleswig-Holstein, erklärte, die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung gehe weiter auseinander. Die Niedrigzinspolitik verschärfe die Lage zusätzlich. Die AOK fordert eine staatliche Zinsgarantie für die Mittel der Sozialkassen. „Es wäre sinnvoll, dass der Bund oder die Bundesbank den Sozialversicherungen in dieser Phase zu Hilfe kommt und zumindest einen Nullzins garantiert. Damit können Verluste von Beitragsgeldern vermieden werden“, so Ackermann.

Die Barmer GEK in Schleswig-Holstein äußerte sich vorsichtig: Die GKV habe das mit vielen Eventualitäten hochgerechnet, sagt Sprecher Wolfgang Klink. „Für jede Krankenkasse kann das sehr unterschiedlich sein.“ Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent hälftig von den Arbeitgebern mitfinanziert wird.

Konkrete Prognosen für das kommende Jahr soll es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin erst im Oktober geben. jup

LN

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