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Wirtschaft im Norden Belttunnel: Optimismus nach neuer Kalkulation
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Belttunnel: Optimismus nach neuer Kalkulation
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21:21 11.02.2016
Kopenhagen/Kiel Der Fehmarnbelttunnel wird nach neuesten Berechnungen deutlich günstiger als bisher gedacht. Was die LN bereits gestern meldeten, bestätigte sich nun in Kopenhagen. Statt 7,4 wird von der Planungsgesellschaft Femern A/S nur noch mit Baukosten von sechs bis 6,1 Milliarden Euro gerechnet, zuzüglich einer Reserve von einer Milliarde.

„Ich sehe keinen Grund, warum das Projekt nicht verwirklicht werden kann.“

Transportminister Hans Christian Schmidt

Man habe eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung angestellt, erklärte Femern A/S gestern in der dänischen Hauptstadt. Das Projektbudget habe durch Nachverhandlungen gesenkt werden können. Die Bauunternehmen hätten jetzt verbindliche Preisangebote abgegeben. „Das Projekt steht weiterhin auf einem wirtschaftlich soliden Fundament“, sagt Femern- Vorstandsvorsitzender Claus F. Baunkjær. Vor allem die Verlängerung der Bauphase von sechseinhalb auf achteinhalb Jahre hätte sich positiv bemerkbar gemacht.

Femern A/S arbeitet in den neuen Berechnungen mit zwei Szenarien. Eines sieht einen Baustart 2018, eines 2020 vor. Hintergrund: In Schleswig-Holstein dauert das Genehmigungsverfahren für die Hinterlandanbindung noch bis voraussichtlich 2017. Mögliche Klagen gegen das Projekt könnten es weiter verzögern.

Die aktualisierte Finanzanalyse berücksichtige gesunkene Kosten für Betrieb, Wartung und weitere Investitionen in den Tunnel. Außerdem werde wegen der Verschiebung des Baustarts zum neuen Eröffnungstermin 2026 oder 2028 mit geringfügig höheren Verkehrszahlen gerechnet. Die EU-Fördermittel für das Projekt werden allerdings nur noch mit zehn statt 18 Prozent der Baukosten eingepreist.

Die Rückzahlzeit für die Kredite wurde von 39 auf 36 Jahre verkürzt. Es wird ein Realzins von drei Prozent veranschlagt.

Zuletzt hatten in Kopenhagen einige Politiker an der Finanzierbarkeit des Projekts gezweifelt. Diese Bedenken sind durch die neuen Zahlen offenbar verflogen. Der dänische Transportminister Hans Christian Schmidt sagte nach einem Treffen mit den verkehrspolitischen Sprechern: „Ich sehe keinen Grund, warum das Projekt nicht verwirklicht werden kann.“ Auch für die Sozialdemokraten und die Dänische Volkspartei (DF) ist jetzt die Finanzierung des Fehmarnbelttunnels gesichert. Das unterstrichen die verkehrspolitischen Sprecher beider Parteien, Magnus Heunicke (Sozialdemokraten ) und Kim Christiansen. „Das sieht sehr vernünftig aus“, sagte Christiansen. Am Montag will Schmidt sich mit dem Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer treffen.

„Aus Sicht der Landesregierung ist das ein sehr, sehr positives Signal“, sagt Schleswig-Holsteins SPD-Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele. Das deutsche Planungsverfahren und die daraus resultierenden Verzögerungen würden in Kopenhagen akzeptiert. Damit werde von dort ein klares Bekenntnis zu dem Projekt gesendet. „Das heißt, dass auch wir unsere Aufgaben entschlossen und mit aller Energie anpacken werden“, so Nägele. „Wir wollen den Planfeststellungsbeschluss Ende 2017 erlassen können.“ Während der Landtagsabgeordnete Andreas Tietze (Grüne) von „Schönrechnerei“ spricht, lobt Hans-Jörn Arp (CDU) das Signal: „Die Dänen werden bauen. Und das wird sehr positiv sein für die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region.“

Die nächste wichtige Entscheidung soll laut Nachrichtenagentur in Dänemark am 1. März fallen. Dann werde Transportminister Schmidt mit den verkehrspolitischen Sprechern beraten, ob man an den Verträgen mit den großen Baukonsortien festhalten soll. Sie müssen spätestens Mitte Mai bestätigt werden.

Wolfram Hammer und Rüdiger Wenzel

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