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Benzin- und Ölpreise im Sinkflug

Lübeck Benzin- und Ölpreise im Sinkflug

Normalerweise müssen Autofahrer pünktlich zum Ferienbeginn deutlich mehr fürs Benzin hinblättern. Doch dieses Jahr überraschen die Tankstellen mit billigen Spritpreisen. Auch Heizöl und Gas sind ungewöhnlich günstig. Der Grund für die niedrigen Preise ist ein hohes Überangebot auf dem Weltmarkt.

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Wer derzeit tanken muss, kann sich freuen: Der Dieselpreis an der Hoyer-Tankstelle in der Ziegelstraße lag gestern bei 1,009 Euro.

Quelle: Fotos: Thorsten Wulff

Lübeck. Die Benzinlager sind unerwartet gut gefüllt. In den USA waren die Lagerbestände im Juli so hoch wie zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen nicht. Auch am wichtigsten Europäischen Knotenpunkt für Rohöl – in der holländischen Region um Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen – ist der Spritbestand auf Rekordniveau.

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Trotz der Sommerferien können Verbraucher sparen – Es herrscht ein Überangebot am Weltmarkt.

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„Höhere Preise sind deshalb im Moment auf dem Markt gar nicht durchsetzbar“, sagt Ulf Evert, Sprecher des Automobilclubs ADAC, „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, und derzeit ist eben ein immenses Überangebot an Öl da.“ Laut dem ADAC gehen die Spritpreise seit Anfang Juni fast kontinuierlich zurück. Zuletzt lag der Preis für einen Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt bei 1,265 Euro.

Das sind knapp 6,5 Cent weniger als Anfang Juni. Ein Liter Diesel kostet demnach 1,063 Euro. Doch an vielen Tagen gibt es Diesel sogar für unter einen Euro.

Auch Hans-Jürgen Ruck, Vorsitzender der Fachgruppe Tankstellen im Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Schleswig-Holstein, bestätigt diesen Trend: „Wir haben im Moment ständige Schwankungen. Der Wettbewerb ist extrem, die Lager sind voll.“ Dass der niedrige Preis gerade in die Urlaubszeit fällt, sei allerdings reiner Zufall. „Für die Tankstellenbetreiber sind es trotzdem schwierige Zeiten.

Die Kunden sind an niedrige Preise gewöhnt. Es gibt deshalb keinen Run auf die Tankstellen“, sagt Ruck. Trotzdem sei das Geschäft besser als im Vorjahr, bestätigt der Experte. „Es spielt vor allem mit rein, dass viele dieses Jahr in Deutschland Urlaub machen und meist selbst mit dem Auto anreisen“, so Ruck. „Wie sich die Lage entwickeln wird, lässt sich nicht voraussagen. Fest steht nur, dass zu viel Öl auf dem Markt ist. Auch deshalb, weil der Iran wieder Öl fördert und ausliefert.“ Speditionen profitieren ebenfalls von den niedrigen Preisen. „Die Spritkosten machen rund 30 Prozent der Gesamtkosten aus, jeder Cent weniger schlägt daher zu Buche“, sagt Thomas Rackow, Vorsitzender der Fachvereinigung Spedition und Logistik (FSL) Schleswig-Holstein. Einziger Wermutstropfen: Die Spediteure müssen die Ersparnis aufgrund interner Vereinbarungen auch an ihre Auftraggeber weitergeben.

Auch wer kein Auto hat, dafür aber einen Öltank im Keller, hat Gelegenheit zum Sparen. Das Heizöl ist laut der Internetplattform „heizoel24“ derzeit so günstig wie seit zwölf Jahren nicht mehr in einem August. Bis zu 15 Prozent sei das Heizöl billiger als noch Anfang Juli. Ein Liter sei derzeit für gut 44 Cent zu haben. Vor einem Jahr waren es über 56 Cent. „Wir sind auf einem preislichen Tiefstand, das Geschäft ist deshalb wieder belebter geworden“, sagt Astrid Rüstow aus dem Bereich Verkauf bei der Nordoel GmbH. Sie sieht den Grund für die erheblichen Preisschwankungen auch in den weltweiten Ereignissen. „Die Waldbrände in Kanada, Streiks in Frankreich oder Terroranschläge in Nigeria haben Einfluss auf die Ölförderung. Was weiter passiert, steht in den Sternen. Die Preisentwicklung ist undurchschaubar geworden, oft verläuft sie sogar gegen den Trend“, sagt Rüstow.

Auch die Gaspreise sind im Keller. „Es ist eine enorme Menge Gas auf dem Markt. Aufgrund der milden Winter in den vergangenen zwei Jahren sind die Lager randvoll“, sagt Lars Hertrampf, Sprecher der Stadtwerke Lübeck.

Doch die niedrigen Preise sowohl beim Gas als auch beim Sprit und Heizöl dürften nicht von Dauer sein, meinen Ökonomen. Das Überangebot auf dem weltweiten Ölmarkt werde zurückgehen und spätestens im ersten Halbjahr 2017 verschwunden sein, so die Experten.

E-Autos ein Flop?

rechnet trotz der bislang mauen Nachfragen noch mit einem Erfolg der Kaufprämie für Elektroautos. „Die Dynamik im Markt wird sich Schritt für Schritt entfalten“, sagte der VDA-Präsident Matthias Wissmann. In den nächsten Monaten kämen weitere neue E-Modelle deutscher Hersteller auf den Markt. „Mit einer langsam ansteigenden Hochlaufkurve war also zu rechnen.“ Einen Monat nach dem Start der Kaufprämie sind beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erst 1791 Anträge eingegangen. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4000 Euro.

 Maike Wegner

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