Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Berlin setzt auf Milch-Hilfspaket mithilfe von EU und Ländern

Berlin/Kiel/Lübeck Berlin setzt auf Milch-Hilfspaket mithilfe von EU und Ländern

Kieler Landwirtschaftsminister Habeck zeigt sich von dem Agrargipfel schwer enttäuscht.

Voriger Artikel
Abkommen zu mehr Windstrom aus der Nordsee
Nächster Artikel
Trend: Mittags Brötchen statt Braten

Bauern demonstrieren vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium mit Kuh gegen den Preisverfall von Milch.

Quelle: Popow/imago

Berlin/Kiel/Lübeck. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) setzt auf eine stärkere Unterstützung der Milchbauern in der akuten Preiskrise gemeinsam mit den Ländern. Sein Ziel sei es, weitere EU-Gelder durch einen nationalen Beitrag von Bund und Ländern zu einem großen Hilfspaket zusammenzuführen. Das sagte Schmidt gestern nach einem Treffen mit seinen Länderkollegen in Berlin. Dabei sollten weitere Hilfen an eine Begrenzung der Milchmenge gekoppelt werden. Modelle für die nötigen rechtlichen Grundlagen wollen die Länder nun bis zu einer Sonder-Agrarministerkonferenz am 15. Juli vorstellen.

„Es gibt kein Programm, jetzt

die Milchmengen zu reduzieren.“ Robert Habeck (Grüne)

Für den Bund hatte Schmidt bei einem „Milchgipfel“ mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel Ende Mai bereits Nothilfen von „100 Millionen plus X“ zugesagt. Dabei geht es zum großen Teil um weitere Bundeszuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung. Die Größenordnung des X soll noch unter anderem mit der Unionsfraktion und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geklärt werden.

Schmidt betonte mit Blick auf ein Koppeln weiterer Hilfen an eine Begrenzung der Mengen: „Das ist keine staatliche Milchquote, sondern ein finanzieller Anreiz für eine bessere Mengenregulierung innerhalb des Marktes.“ Wie dies konkret umgesetzt werden könnte, ist offen.

Zu große Milchmengen auf den Märkten sind zentrale Ursache des andauernden Preistiefs. Die Preise für die Milchbauern sind teils unter 20 Cent je Liter gefallen. Um die Kosten decken zu können, gelten mindestens 35 Cent als nötig.

Der Vorsitzende der Länder-Agrarminister, Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern, zeigte sich zufrieden mit dem Gespräch. Er betonte die Einigkeit von Bund und Ländern, Krisenhilfen an eine Reduzierung der Milchmenge zu knüpfen. Angebot und Nachfrage müssten ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Länder dringen seit längerem darauf, dass der Staat eine Reduzierung der Milchmengen unterstützt. Der Bund solle Geld für Bonuszahlungen geben oder bei der EU einwerben, hatten die Agrarminister im April beschlossen.

Schleswig-Holsteins Ressortchef Robert Habeck (Grüne) äußerte sich nach dem Treffen ernüchtert und hielt Schmidt „Verhaltensstarre“ vor. „Es gibt kein Angebot und kein Programm, jetzt kurzfristig mit konkreten Maßnahmen die Mengen zu reduzieren.“ Er erwarte nun beim Treffen im Juli eine klare Entscheidung für eine tatsächliche Mengenreduktion, unterlegt von konkreten Maßnahmen.

„Der Markt muss stabilisiert werden, im Interesse der Bauern. Wir dürfen nicht zusehen, wie reihenweise Existenzen draufgehen.“

Die Runde der CDU/CSU-Fraktionschefs der Länder sprach sich auf ihrer Konferenz in Lübeck für Sofortmaßnahmen aus. Langfristige Hilfe der EU könnte zu spät kommen. Zudem seien Maßnahmen nötig, die Marktstrukturen anpassungsfähiger zu machen und die Stellung der Milchbauern innerhalb der Wertschöpfungskette zu verbessern. Wie hoch die Nothilfe für Milchbauern konkret ausfallen müsse, ließen die Unionsvertreter offen, „allerdings erheblich höher als 100 Millionen“.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 12.112,00 -1,24%
TecDAX 2.249,50 -0,79%
EUR/USD 1,1721 -0,04%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 20,27 +0,81%
FMC 79,56 +0,65%
FRESENIUS... 69,65 +0,38%
DT. BANK 14,02 -3,14%
THYSSENKRUPP 25,93 -1,66%
HEID. CEMENT 80,08 -1,60%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 124,50%
Crocodile Capital MF 102,07%
Allianz Global Inv AF 99,22%
BlackRock Global F AF 96,84%
Commodity Capital AF 90,58%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.