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Wirtschaft im Norden Berlin will höhere Standards fürs Schiffe-Abwracken
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Berlin will höhere Standards fürs Schiffe-Abwracken
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22:20 05.08.2016

Weißer Strand, blauer Himmel an südasiatischen Orten wie Alang, Chitagong, Ganida. Doch mitten in die malerische Umgebung ragen rostige Containerfrachter in den Himmel. Etwa drei Viertel der Schiffe aus der EU werden auf Schiffsfriedhöfen in Bangladesch, Indien, Pakistan oder China verschrottet. Teilweise unter skandalösen Arbeits- und Umweltbedingungen.

Gefährliche Chemikalien, Asbest, Dichtungsmittel, Öle werden häufig nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern gelangen ins Meer. Die Bundesregierung will noch in dieser Legislaturperiode, so Verkehrsstaatsekretär Enak Ferlemann (CDU) in einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen, die internationale Konvention für umweltfreundliches Schiffsrecycling sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf den Abbruchwerften ratifizieren, die sogenannte Hongkong-Konvention.

Nicht nur die Opposition in Deutschland, auch die Uno, das EU-Parlament sowie Nichtregierungsorganisationen wie die Shipbreaking Plattform in Brüssel machen Druck, damit die schlimmen Zustände in zahlreichen Abwrackunternehmen beendet werden. Die schleswig-holsteinische Verkehrspolitikerin Valerie Wilms (Grüne) sagte den LN: „Für das Abwracken von Schiffen müssen zukünftig deutlich höhere Standards gelten. Es darf nicht sein, dass der Reeder mit dem Verkauf an die Schrottwerft sämtliche Verantwortung abgibt.“ Schiffe unter EU-Flagge dürfen nur nach der geltenden EU-Verordnung abgewrackt werden. Schiffe gelten demnach als „gefährlicher Abfall“, dessen Export in Nicht-OECD-Länder verboten ist. Doch diese Hürde ist mit einem Umflaggen leicht zu überwinden.

Die Lage der Reeder ist spätestens seit der großen Wirtschaftskrise 2008/09 schwierig. Vor allem viele Containerschiffe, die in Boomzeiten angeschafft wurden, liegen auf Reede. Statt diese Schiffe ungenutzt liegen zu lassen, sei es finanziell oft interessanter, sie verschrotten zu lassen, erklärte Patrizia Heidegger von der Nichtregierungsorganisation Shipbreaking Plattform.

Reinhard Zweigler

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