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Wirtschaft im Norden Besser hören dank Scanner und 3-D-Drucker
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18:18 07.10.2017
Hörakustiker-Meister Eckard Hartmeyer (58) setzt einen Silikonabdruck eines Ohres in den 3-D-Scanner.
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Bad Schwartau/Lübeck

Die sogenannten Im-Ohr-Geräte sind so klein, dass an ihnen dünne, kaum sichtbare Bändchen angebracht sind. „So können die Träger die Hörgeräte besser rausnehmen, denn die Technik verschwindet quasi unsichtbar im Ohr“, so Edgar Hartmeyer. Aber bevor so ein Wunderwerk der Technik das bessere Hören ermöglicht, durchläuft es einige Stationen.

Meister Edgar Hartmeyer (58) schleift Hörgeräte am PC zur perfekten Passform.

Nachwuchs gesucht

Das 1964 gegründete Unternehmen beschäftigt acht Mitarbeiter. Seit 1992 ist Hartmeyer Inhaber des Geschäftes mit den beiden Filialen in Bad Schwartau und Lübeck. Der Ausbildungsbetrieb bildet Hörakustiker aus. Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz für 2018 nimmt das Unternehmen noch entgegen.

Zu Beginn nimmt Hartmeyer, Inhaber der Hörgeräte Hermanns GmbH, einen Abdruck vom Ohr des Patienten. Dazu spritzt der Hörakustikermeister das Ohrinnere mit Silikon aus. Danach kann die entstandene Form weiterbearbeitet werden. Dazu legt Hartmeyer den Abdruck des vorderen Ohres in einen dreidimensional arbeitenden Scanner, der die Form des Ohres komplett abtastet. Der Scanner ist nicht größer als ein Schuhkarton. „Die digitalen Daten können wir dann mittels eines speziellen PC-Programmes bearbeiten“, erklärt Hartmeyer. „Das individuell angefertigte Ohrpassstück kann am PC regelrecht abgeschliffen werden“, so der Experte. Ist die Form fertig, wird der Datensatz an einen externen 3-D-Drucker übertragen, der das Produkt in Hartkunststoff fertigt. Danach kommt es per Kurier wieder zu Hartmeyer und seinem Team. „Am Schluss wird das Hörgerät noch einmal genau am Patienten oder Kunden angepasst und es können noch kleine Nacharbeiten gemacht werden“, erklärt der Meister.

Wenn der Hörakustiker nicht gerade am Scanner sitzt, ist er unter anderem mit knochenverankerten, implantierbaren Hörsystemen beschäftigt, wofür Hartmeyers Unternehmen die Prozessoren liefert.

Angeboten werden unter anderem kostenlose Hörtests, Lärmschutzprodukte für Betriebe nach vorangehenden Lärmschutzmessungen. „Geeignet sind diese Techniken für jene Beschäftigten, die bei der Arbeit dem Lärm ausgesetzt sind, aber trotzdem noch etwas hören müssen, beispielsweise wenn eine Maschine ausfällt“, erläutert Hartmeyer. Der Geschäftsinhaber hat noch ganz andere Aufgaben zu bewältigen:

Als einer von zwölf Delegierten der Bundesinnung – dem berufsständischen Parlament – vertritt der Unternehmer die Interessen deutscher Akustiker. Hartmeyer ist außerdem Tinnitus-Trainer und bietet Geräte- und Geräuschtherapien an. Hermanns zählt zu jenen Unternehmen, die auch Pädakustik anbieten, also Hörgeräte für Kinder. Denn auch die müssen manchmal die kleinen, großen Helfer im Ohr tragen.

Rüdiger Jacob

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