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Biete Medizin-Studienplatz, suche treuen Ärzte-Nachwuchs

Kiel Biete Medizin-Studienplatz, suche treuen Ärzte-Nachwuchs

In Mecklenburg-Vorpommern will die Landesregierung Abiturienten, die bisher am NC von 1,4 für ein Medizin-Studium scheiterten, die Arztausbildung ermöglichen – dazu müssen sie sich allerdings verpflichten, im Land zu praktizieren.

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FOTO: FOTOLIA

Kiel/Schwerin. Für viele Schüler ist er eine unüberwindbare Hürde auf dem Weg zum Traumberuf: der Numerus clausus, kurz: NC. In Mecklenburg-Vorpommern will die Landesregierung nun Abiturienten, die bisher am NC von 1,4 für ein Medizin-Studium scheiterten, die Arztausbildung ermöglichen – mit dem „Landeskinder-Bonus“. Dazu müssen sie sich allerdings verpflichten, im Land zu praktizieren. Grund dafür ist der drohende Ärztemangel in manchen Regionen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Zulassung ohne NC, wenn Absolventen im Land bleiben.

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Marco Dethlefsen, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, ist skeptisch. „Das ist keine Maßnahme, die wir ergreifen würden.“ Zudem gebe es im Land keinen akuten Ärztemangel. Die große Herausforderung liege in der Zukunft. Etwa 630 praktizierende Ärzte seien derzeit über 60 Jahre alt. „Doch da gibt es kein Patentrezept.“

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Stipendienprogramm von 2017 an geplant. Das Land wolle dafür rund eine Million Euro in die Hand nehmen. Derzeit werde an der exakten Umsetzung gearbeitet, erklärt die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. So eine Regelung müsse „hundertprozentig rechtssicher gemacht sein“.

Doch genau da liegt das Problem. „Wir begrüßen alle Ansätze, die helfen, ärztliche Versorgung auf dem Land dauerhaft zu sichern“, heißt es aus dem Kieler Gesundheitsministerium. „Sonderregelungen beim bundesweiten NC sind aber rechtlich schwer durchsetzbar.“ Martin Habersaat, Vize-Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, betont zudem, dass es „ein Recht auf Freizügigkeit“ gebe. Leute nach dem Studium „an die Scholle“ zu binden, sei rechtlich schwierig. Auch Rasmus Andresen, hochschulpolitischer Sprecher der Grünen, hält die Idee, junge Menschen nach einem mehrjährigen Studium zu verpflichten, in einem Bundesland zu bleiben, für nicht umsetzbar.

Die CDU werde sich „sehr genau anschauen“, inwieweit das Modell „juristisch hieb- und stichfest“ ausgestaltet wird, sagt der gesundheitspolitische Sprecher Karsten Jasper. Die FDP hingegen hält eine Übernahme des Programms „für einen gangbaren Weg“, wenn es „rechtssicher umgesetzt werden kann“, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer Heiner Garg.

Prof. Dr. Jürgen Westermann, Medizin- Studiengangsleiter an der Uni Lübeck, hält den Vorstoß für nicht praktikabel. „Mein Gefühl ist, dass Bewerber, die unbedingt Medizin studieren möchten, erstmal alles versprechen.“ Insgesamt zeige sich, dass der NC „die Pest“ sei. „Die Abiturnote sagt etwas zur Leistungsfähigkeit, aber nichts zur Persönlichkeit aus“, erklärt Westermann. Auch die Ärztekammer Schleswig-Holstein guckt kritisch auf den NC. Ein guter Mediziner müsse kein Einser-Abitur haben. Es komme auf Empathie und Menschenliebe an. „Wir beobachten den Vorstoß interessiert“, sagt Geschäftsführer Carsten Leffmann.

 Jan Dresing

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