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Wirtschaft im Norden Billiger als beim Nachbarn: Große Unterschiede in der EU
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Billiger als beim Nachbarn: Große Unterschiede in der EU
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21:20 17.06.2016
Elektronisches Preisschild in einem Supermarkt: Viele Produkte sind in Deutschland billiger als in Nachbarländern. Quelle: Marius Becker/dpa
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Wiesbaden

. Verbraucher merken es bei Auslandsreisen, egal ob beim Einkaufen, im Museum oder im Restaurant: Das Leben in anderen europäischen Ländern ist häufig teurer. Im vergangenen Jahr lag das Preisniveau für die privaten Konsumausgaben in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent unter dem EU-Durchschnitt. 2014 hatte es 1,5 Prozent darüber gelegen.

In den meisten direkten Nachbarländern ist das Leben teurer als bei uns – ausgenommen Polen und Tschechien. Ein besonders teures Pflaster ist Dänemark (plus 36,8 Prozent). Auch Großbritannien (plus 31,1 Prozent) und Irland (plus 22,5 Prozent) liegen deutlich über dem Schnitt der 28 Mitgliedsstaaten. Ein gewichtiger Grund sind Wechselkurseffekte.

Das britische Pfund legte 2015 gegenüber dem Euro zu. Das schlug auf die Lebenshaltungskosten im Vereinigten Königreich durch und trieb die Gesamtstatistik nach oben.

Urlauber bekommen die Preisunterschiede deutlich zu spüren, rechnet der Bankenverband BdB vor. „Besonders tief in die Tasche greifen müssen Reisende in den skandinavischen Ländern und in der Schweiz.“ In der Alpenrepublik müssen sie für Waren und Dienstleistungen im Vergleich zu Deutschland gut die Hälfte mehr bezahlen.

Gerade einmal 0,72 Cent ist ein Euro aus Sicht deutscher Urlauber in Dänemark wert und 0,74 Cent in Norwegen. In den USA sind es immerhin 0,93 Cent und in Frankreich 0,94 Cent. Etwas mehr als in Deutschland gibt es für einen Euro dagegen in den beliebten Reiseländern Spanien, Portugal und Griechenland. Das Urlaubsland Italien ist etwas teurer. Deutlich preiswerter sind dem BdB zufolge die Türkei und Ungarn.

Am niedrigsten sind die Lebenshaltungskosten in Bulgarien: Hier mussten die Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für den Erwerb eines repräsentativen Warenkorbs 2015 weniger als halb so viel zahlen wie im Durchschnitt aller EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland ist allerdings nicht alles günstiger. So lagen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke Eurostat zufolge um drei Prozent über dem EU-Schnitt, vor allem Fleisch ist teurer.

Am teuersten sind Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in der Schweiz (plus 73 Prozent). Auch die Dänen müssen für Essen und Trinken tief in die Tasche greifen – 45 Prozent über dem Gemeinschaftsschnitt, in Schweden sind es 24 Prozent und in Österreich 20 Prozent. In Italien und Frankreich sind Nahrungsmittel etwas teurer. Spanien punktet dagegen mit unterdurchschnittlichen Kosten.

Noch größer sind die Preisunterschiede in Europa bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren. Bei Bier, Wein und Co. unterscheiden sie sich um mehr als das zweieinhalbfache. Die Spanne reicht Eurostat zufolge von 64 Prozent des EU-Durchschnitts in Bulgarien bis 175 Prozent in Irland. Bei Tabakwaren war das Preisniveau im teuersten Mitgliedstaat (Großbritannien) fast viermal so hoch wie im billigsten (Bulgarien). Hauptgrund ist die unterschiedliche Besteuerung.

LN

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