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Wirtschaft im Norden Bitcoin – das neue Gold?
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Bitcoin – das neue Gold?
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20:14 04.11.2017
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Lübeck

In München fand in dieser Woche wieder mal die jährliche Edelmetallmesse statt. Die Stimmung war eher getrübt. Gold braucht man ja nur, wenn es am Finanzmarkt scheppert. Aber das kann ohnehin nicht mehr passieren, schon gar nicht zu unseren Lebzeiten, wo der Dax über 13000 Punkten notiert. Wenn aber in einem See voller Liquidität jedes Boot steigt, müsste auch Gold noch Auftrieb bekommen.

Vielleicht ist der Bitcoin auch das neue Gold, also statt Feinunze regieren künftig Stromunzen. Dennoch sprechen Experten schon von einer Blase. Das taten sie aber auch schon bei 100 und 1000 US-Dollar. Der Bitcoin kam aus dem Nichts und steht nun bei über 7000 US-Dollar. Kennen Sie jemanden, der Bitcoins besitzt? Sehen Sie!

Für einen Bitcoin könnte man fast 200 Gramm echtes Gold kaufen. Doch wer macht das schon? Kennen Sie jemanden mit Gold? Kaum, nur statistisch gesehen. Laut dem World Gold Council, dem Lobbyverband der Goldindustrie haben die Deutschen im letzten Jahr 187,6 Tonnen Gold gekauft, davon 76,8 Tonnen in angeblich goldgedeckten und börsengehandelten Wertpapieren.

Mancher Experte schrieb von einem mysteriösen Goldboom. Wirklich? Umgerechnet hat jeder Bundesbürger statistisch 43 Euro für Gold ausgegeben beziehungsweise drei Euro im Monat. Ist das viel? Es ist zumindest weniger als für Butter und Dosengemüse. Die Deutschen lieben ja Bares, ihre Sparbücher und die zinslosen Versicherungen. Holla, die Goldfee! Anderen frischen Zahlen zufolge haben die Deutschen allein im dritten Quartal 22 Tonnen Gold gekauft. Das sind pro Nase sagenhafte 265 Milligramm und viel weniger, als in einen Zahn passen würde. Und ich wundere mich, dass mancher Experte angesichts der weltweiten Geldschwemme beim Gold immer noch von einer Blase spricht.

LN

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