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Wirtschaft im Norden Blackout-Risiko: Notfallplan in Ostholstein steht bereits
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Blackout-Risiko: Notfallplan in Ostholstein steht bereits
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00:00 22.10.2012
Ostholstein

Als erster Kreis in Schleswig-Holstein hat sich Ostholstein Anfang des Jahres auf den Weg gemacht, Notfallpläne für das Szenario eines großflächigen Stromausfalls zu erarbeiten. „Denn die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas in Zukunft passiert, ist leider sehr hoch“, sagt Ralf Thomsen, Kreisbrandmeister in Ostholstein. Die Notfallpläne, laut Thomsen ein dicker Aktenordner, seien inzwischen fertig. Jetzt gehe es an die konkrete Umsetzung und Beseitigung von Schwachstellen. Im ersten Schritt sei ermittelt worden, womit genau im Falle eines Stromausfalls zu rechnen wäre, welche Kapazitäten an Notstromversorgung, Treibstoff oder Dialyseplätzen vorhanden sind. „Wir können ja nicht davon ausgehen, die Patienten im Nachbarkreis zu versorgen – denn die haben ja im schlimmsten Fall auch keinen Strom“, sagt Thomsen. Auch die Versorgung mit Treibstoff könne sich als Problem erweisen. Denn im ganzen Kreis gebe es bislang nur eine einzige öffentlich zugängliche Tankstelle, die mit einer Notstromversorgung ausgestattet sei. Auch wenn ein großflächiger Blackout gravierende Folgen hätte, gebe es keinen Grund, Angst zu haben. „Die Rettungsdienste im Land funktionieren. Die Bürger müssen aber auch etwas tun“, betont Thomsen. Denn die Menschen könnten sich im Falle einer solchen Lage nicht darauf verlassen, dass „die Feuerwehr kommt und jedem sofort hilft. Das können wir gar nicht“, sagt der Kreisbrandmeister. Im Ernstfall gelte es, Prioritäten abzuarbeiten. „Wenn ein großer Stromausfall zum Beispiel im Winter passiert, haben wir auf einen Schlag 3800 frierende Menschen in unseren Altenheimen – allein in Ostholstein.“Andere Kreise seien mit der Vorbereitung auf ein solches Szenario noch nicht so weit. „Wir stellen unsere Pläne aber allen anderen zur Verfügung“, sagt Thomsen. Solche Gespräche liefen bereits.Priorität hat für das Energieministerium in Kiel, sicherzustellen, dass es zum „worst case“ gar nicht erst kommt. „Dieser Herausforderung wird jetzt begegnet“, verspricht Ministeriumssprecherin Nicola Kabel. „Durch die neue Leitung Krümmel–Görries, die im Dezember in Betrieb genommen werden soll, wird die Netzsituation im norddeutschen Raum sicherer.“ Weiterhin sei aber ein regionaler, nationaler und grenzüberschreitender Netzausbau ebenso nötig wie ein Einspeise- und Lastenmanagement sowie Ausgleichs- und Reservekapazitäten. Oliver Vogt

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