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Wirtschaft im Norden Blindenverein fordert Warnsystem an E-Bussen
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15:13 09.08.2018
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Hamburg

Der Hamburger Blinden- und Sehbehindertenverein fordert Soundsysteme für alle leisen Elektro-Busse im Nahverkehr der Hansestadt. Die Busse müssten so ausgerüstet werden, damit die geräuscharmen Fahrzeuge keine Gefahr für blinde und sehbehinderte Menschen darstellten, sagte die Sprecherin des Vereins, Melanie Wölwer, am Donnerstag. Studien würden belegen, dass es durch die leisen E-Busse zu mehr Gefahr im Straßenverkehr komme, da sehbehinderte Personen diese nicht so wahrnehmen könnten wie andere Fahrzeuge. „Wir fordern, dass sich die Verkehrsbetriebe und Entwickler intensiv mit dem Aspekt beschäftigen“, so Wölwer.

Die Hamburger Hochbahn will im kommenden Jahr 30 E-Busse an den Start bringen. Sprecher Christoph Kreienbaum kann die Forderungen des Vereins verstehen. Gespräche mit dem Verein gebe es schon seit einiger Zeit. Man stehe in intensivem Austausch mit den Herstellern und wolle noch in diesem Jahr drei Busse mit einem Vorabsystem testen lassen. Die akustischen Warnsysteme sollen dynamische Fahrgeräusche bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern simulieren, so der Sprecher. Besonders beim Anfahren und Bremsen würden die typischen Motorgeräusche bisher fehlen.

Bisher seien zwar bereits neun E-Busse auf Hamburgs Straßen unterwegs, zu Zwischenfällen mit Sehbehinderten ist es laut Kreienbaum aber noch nicht gekommen. Die Busfahrer der E-Modelle seien ganz besonders auf Gefahren durch das leise Fahren geschult. Hamburg sei bundesweiter Vorreiter bei E-Bussen, sagte Kreienbaum. Das bringe für die Hochbahn die Verpflichtung mit sich, Systeme entwickeln zu lassen, die es in dieser Form noch nicht gebe. Die Verpflichtung für akustische Warnsysteme in E-Fahrzeugen gilt in der EU erst ab 2021.

Die Notwendigkeit der geforderten Soundsysteme sieht Wolfgang Maennig, Verkehrswissenschaftler an der Universität Hamburg, nach eigenen Angaben nicht vollumfänglich. Zwar seien E-Fahrzeuge deutlich leiser als Benziner. Die Abrollgeräusche, die während der Fahrt entstehen, seien aber entscheidend und auch bei E-Modellen vorhanden. Eine leichte Nachahmung von Motorgeräuschen bei langsamer Fahrt der Busse könne aber durchaus in Betracht gezogen werden, so der Experte.

Unterdessen haben 85 Prozent der befragten Teilnehmer bei einer Umfrage der Umweltbehörde zur Lärmbelastung angegeben, dass sie den Straßenlärm in der Hansestadt zu laut finden. Laut Umfrage sind tagsüber Busse und Lastwagen die größten Störfaktoren, nachts gibt es viele Klagen über Raser und laute Motorräder.

dpa/lno

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