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Wirtschaft im Norden Bloß kein Zynismus!
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18:10 14.10.2017

Deutschland geht es gut. 13000 Punkte beim Dax sind dafür ein hinreichender Beweis. Selbst die Pfandflaschensammler vor der Börse klatschten vor Begeisterung, als der Dax die magische Marke durchbrach. Irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern feierten selbst alleinerziehende Krankenschwestern die neuen Rekorde. Manche Putzfrau hat vor Freude ihren Champagner auf dem wurzelhölzernen Armaturenbrett ihres Maybachs verschüttet. Hätte man doch noch ein paar mehr Aktien gekauft, denn die Börse kann jeden so glücklich machen. Ja, der Dax kann weiter steigen, sagen Experten. Er kann auch fallen. So genau wissen sie das nicht, sagen aber mindestens 15 000 oder 20 000 Punkte voraus – oder das, was ihre Würfel sagen. Bei dieser Kletterpartie staunt sogar Reinhold Messner. Was ist eigentlich mit den Leuten, die keinen Dax haben? Sie werden bald zugreifen müssen.

In den USA erlebt der Dow Jones die längste Gewinnstrecke seit 20 Jahren. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump wurde die US- Börse um 5,2 Billionen US-Dollar teurer. Und das ist erst der Anfang. Gelddrucken macht also doch reich. Viele der weltweit gedruckten Billionen landen im Aktienmarkt, weniger in der realen Wirtschaft. So entsteht Wohlstand für alle weniger durch Arbeit, sondern durch steigende Börsen. Und so lange Notenbanken über zu wenig Inflation besorgt sind, kann den Börsen nichts passieren! Man muss heute nur anders sparen als früher. Danke, ihr Notenbanken, dass ihr auch die kleinen Leute reich macht, wenn sie irgendwann als Aktionäre zu ihrem Glück gezwungen werden. Aus verdorrten Zinslandschaften werden blühende Aktienlandschaften, und bald gelten Bulle und Bär als Schutzpatrone für die Armen. Warten Sie ab! Ja, es geht uns gut wie nie, sagen die Gänse, so kurz vor Weihnachten.

LN

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