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Wirtschaft im Norden Börse sortiert Dax und TecDax neu
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Börse sortiert Dax und TecDax neu
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00:00 21.09.2018
Am Montag wird die bisher größte Umbauaktion am Deutschen Aktienmarkt für die Öffentlichkeit sichtbar. Quelle: THOMAS LOHNES/DDP
Frankfurt am Main/Lübeck

Die Deutsche Börse ordnet ihre Index-Gruppen neu. Damit endet auch die strikte Trennung zwischen reinen Technologie-Unternehmen und klassischen Industriefirmen bei der Zusammensetzung der Dax-Indizes. Das Gründungsmitglied Commerzbank wird nicht mehr in der ersten Börsenliga spielen, der Zahlungsabwickler Wirecard steigt auf. Auch bei den Nebenwerten gibt es Veränderungen. Das Lübecker Unternehmen SLM Solutions fällt aus dem TecDax. Das hatte die Deutsche Börse bereits Anfang September bei der regulären Überprüfung ihrer Indizes entschieden. Von Montag an werden die Änderungen wirksam.

Es ist die bisher umfangreichste Umbauaktion am deutschen Aktienmarkt. Gleich mehrere Index-Listen werden teilweise vergrößert, neu zusammengestellt und nach veränderten Regeln berechnet. Dabei werden die Unternehmen nach Börsenumsatz (Handelsvolumen) und Börsenwert (Marktkapitalisierung) bewertet und in einer Rangliste sortiert. „Die ersten 30 Konzerne sind im Dax“, erklärt Andreas von Brevern, Sprecher der Deutschen Börse. Die nächsten 60 werden im MDax, weitere 70 im SDax gelistet. Parallel dazu sind die 30 wichtigsten Technologie-Unternehmen im TecDax zu finden.

Konkret bedeutet dies, dass Technologiewerte jetzt auch in den Index der mittelgroßen Unternehmen MDax oder in den Kleinwerte-Index SDax aufgenommen werden können. Umgekehrt werden Dax-Konzerne aus der Technologiebranche dann auch im TecDax zu finden sein. „Damit ist der TecDax jetzt ein richtiger Branchenindex“, sagt von Brevern. Er bilde die Technologe-Branche in Deutschland nun besser ab. Damit folge man außerdem dem Beispiel anderer Länder.

„Die Indexzugehörigkeit ist ein gewisses Aushängeschild“, sagt der Börsen-Sprecher. Durch den Abstieg verlieren Unternehmen insbesondere bei internationalen Investoren an Aufmerksamkeit. Das gilt zum einen für die Commerzbank, die aus dem Dax fällt. Aber auch für das Lübecker Unternehmen SLM, ein führender Hersteller von 3-D-Druckern für die Luft- und Raumfahrt, für Medizin und Autotechnik, das nicht mehr im TecDax gelistet wird. Eine Stellungnahme von SLM war nicht zu bekommen.

Die beständigsten Dax-Unternehmen

Von den 30 heutigen Dax-Unternehmen ist laut der Deutschen Börse die Hälfte seit Beginn dabei, darunter der Versicherer Allianz, die Chemieriesen BASF/Bayer, der Nivea-Konzern Beiersdorf sowie die Autobauer BMW, Daimler und VW. Der Warenhauskonzern Karstadt hingegen ist Pleite gegangen, Mannesmann und Nixdorf wurden übernommen.

Die Lübecker Drägerwerk AG indes, weltweit tätig in Medizin- und Sicherheitstechnik, bleibt im TecDax. „Das ist gut fürs Renommée“, meint Thomas Fischler von Dräger. Das müsse aber nicht immer so bleiben. Dräger rangiere in der Rangliste im unteren Bereich.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Denn sie müssen entsprechende Aktien umschichten – was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat und „Absteiger“ belastet.

Auch im Leitindex der Eurozone gibt es von Montag an Veränderungen. Die Deutsche Bank muss den EuroStoxx 50 nach großen Kursverlusten ihrer Aktie verlassen und gehört damit nicht mehr zu den 50 wertvollsten Börsenunternehmen der Eurozone. Mit ihr steigt der Versorger Eon ab. Im Gegenzug schafft der Gasehersteller Linde den Sprung in den EuroStoxx 50.

Julia Paulat

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