Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Börsen-Chef tritt zurück
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Börsen-Chef tritt zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 26.10.2017
Bleibt noch bis 31. Dezember: Carsten Kengeter. Quelle: Foto: Dpa
Frankfurt am Main

. Nach quälenden neun Monaten zieht Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter die Konsequenz aus einer Insideraffäre und tritt zurück.

Der ehemalige Investmentbanker (50) räumt seinen Posten zum 31. Dezember 2017, wie der Dax-Konzern nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrates mitteilte.

„Der Aufsichtsrat hat den Rücktritt mit großem Bedauern akzeptiert“, teilte das Unternehmen mit. Wer Kengeters Nachfolger werden soll, wolle man „in Kürze“ bekanntgegeben. Dieser werde den Konzern so lange weiter führen und habe dafür „das volle Vertrauen des Aufsichtsrats“.

Seit Februar ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Kengeter wegen eines Aktiengeschäfts. Der Manager hatte Mitte Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro 60000 Deutsche-Börse-Aktien gekauft, die er nicht vor Ende 2019 veräußern darf. Der Konzern packte in dem eigens für Kengeter geschnürten Vergütungsprogramm weitere 69000 Anteilsscheine drauf.

Gut zwei Monate nach dem Aktiendeal machten die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) ihre – inzwischen gescheiterten – Fusionspläne öffentlich, was die Kurse trieb.

Die Ermittler werfen Kengeter vor, schon im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über einen Zusammenschluss geführt und das lukrative Aktiengeschäft in diesem Wissen getätigt zu haben.

Aufsichtsrat, Vorstand und Kengeter hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Versuch, eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens zu erreichen, war Anfang der Woche gescheitert.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nicht deklarierte Wasserzusätze in Pangasiusfilets machten vor Jahren Schlagzeilen. Inzwischen zeigt sich: Die Praktik, unerlaubte wasserbindende Substanzen einzusetzen, nimmt teilweise zu und betrifft auch andere Meerestiere.

26.10.2017

. Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin verhandelt jetzt parallel mit Easyjet und Condor über den Verkauf von Teilen des Unternehmens. Das teilte ein Air-Berlin-Sprecher mit. „Es ist ein knappes Rennen zwischen den beiden“, sagte er. Heute stellt die Fluglinie den Betrieb ein.

26.10.2017

Neun Monate nach dem Beginn wird an diesem Wochenende die Schlussrunde für den Verkaufsprozess der HSH Nordbank eingeläutet. Die Perspektive für einen erfolgreichen Verkauf hat sich im Laufe des Jahres aufgehellt.

26.10.2017